ARD verpasst selbst gesetzte Sparziele • Medieninsider | ABC-Z

Die ARD muss auch im Hörfunk sparen, doch fällt das offenbar schwer. Medieninsider liegen interne Unterlagen vor, die zeigen: Bisherige Spareffekte sind gering – und selbst gesteckte und zugleich überschaubare Ziele werden nicht einmal erreicht.
Es ist ein Novum in der Geschichte der ARD-Hörfunkwellen: Ab 2027 schrumpft erstmals die Zahl der linearen ARD-Hörfunksender. Künftig dürfen maximal 53 Radioprogramme terrestrisch senden, derzeit sind es 69. Eine Kürzung um rund ein Viertel. So haben es die Bundesländer im Reformstaatsvertrag zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk festgelegt.
Betroffen sind digitale Spartenprogramme, ausgerichtet etwa auf Klassik, Schlager oder Jugend. Reichweitenstarke Programme bleiben verschont.
Es ist die bislang größte Reform durch die zuständigen Bundesländer, die damit aufzeigen: Auch beim Radio muss sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk transformieren. Von der Radiokur erhofft sich die rahmensetzende Politik eine Verschlankung der Strukturen, vor allem aber eine Reduzierung der Kosten. Das öffentlich-rechtliche System ist ihr zu teuer.
Allein die ARD verfügte im Jahr 2024 über Einnahmen in Höhe von insgesamt 7,15 Milliarden Euro – pro Tag waren das umgerechnet rund 19 Millionen Euro. Durch Einsparungen soll Geld frei werden für Investitionen an anderer Stelle. Das betrifft auch den ARD-Hörfunk.
Was die Einstellung der linearen Sender angeht, so lasse sich die zukünftige Einsparsumme „noch nicht seriös bestimmen“, erklärt die ARD-Pressestelle auf Anfrage von Medieninsider. Allzu hohe Erwartungen sollte man womöglich nicht haben. Zumindest werden diese gedämpft, wenn man bisherige Maßnahmen zugrunde legt. Medieninsider liegen interne Unterlagen vor, die umgesetzte Sparmaßnahmen im ARD-Hörfunk evaluieren. Sie betreffen die verstärkten Kooperationen von sechs Infowellen und zeigen: Die Einsparungen sind gering – und die gesetzten Ziele wurden nicht einmal erreicht.





















