Anleger in Frankfurt widerstehen dem Ausverkauf | ABC-Z

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Zum Start in den letzten Handelstag des Monats zeigt sich der deutsche Aktienmarkt robust. Der DAX hält seine Gewinne vom Vortag – trotz sinkender Börsen in Asien.
Die Nachrichten aus dem Nahen und Mittleren Osten sorgen an den Börsen weiter für Verunsicherung. In Asien gehen die Aktienmärkte angesichts gestiegener Ölpreise auf Talfahrt. Der DAX startet dennoch wenig verändert in den letzten Handelstag des Monats.
Der Krieg im Nahen Osten hat den Ölpreis im ablaufenden Monat auf ein Rekordhoch getrieben und die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt geschickt. Auch nach mehr als vier Wochen Krieg bestimmt der Ölpreis das Auf und Ab an den Finanzmärkten. Getrieben werden beide von den Schlagzeilen rund um den Krieg gegen den Iran.
Der Preis für Öl der Nordseesorte Brent verzeichnet durch die Sperrung der Straße von Hormus sogar den höchsten monatlichen Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Monatsverlauf stieg der Preis je Barrel (159 Liter) um rund 59 Prozent an. Anleger fürchten deshalb eine höhere Inflation und ein langsameres Wirtschaftswachstum – oder sogar eine Rezession.
Besonders schwierig gestaltet sich die Auswertung der Nachrichten zum Krieg aus Washington. US-Präsident Donald Trump sorgt immer wieder für widersprüchliche Informationen. Die Drohung mit massiven Angriffen auf Irans Infrastruktur sorgte etwa gestern für eine Kurswende an den US-Börsen.
Zuvor war die Wall Street mit Kursaufschlägen gestartet, nachdem Trump von “guten Gesprächen” mit dem Iran gesprochen hatte. Die Stimmung drehte sich nach den Drohungen. Für Irritationen sorgt zudem ein Bericht des “Wall Street Journal”. Demnach wolle der US-Präsident den Krieg gegen Iran auch dann beenden, wenn die Meerenge Straße von Hormus geschlossen bleibe.
Besonders abhängig vom Öl aus den Nahen Osten ist Asien – hier geraten die Börsen durch steigende Ölpreise schnell unter Druck. Nach den Verlusten zu Beginn der Woche regierte an der Börse in Tokio weiter die Vorsicht. Für den Nikkei-Index geht es deshalb den zweiten Tag in Folge deutlich nach unten.
Besonders stark sind die Verluste erneut an der Börse in Seoul. Der Kospi-Index verlor am Ende rund 3,5 Prozent. Südkorea ist die Heimat großer Technik-Konzerne wie Samsung, KIA Motors oder LG Electronics. Neben den gestiegenen Ölpreisen machen auch die fehlenden Komponenten für die Halbleiterproduktion den Unternehmen zu schaffen.
Am deutschen Aktienmarkt erhält der Rüstungskonzern Rheinmetall besondere Aufmerksamkeit. Wie das Magazin Stern berichtet, verzögert sich die Lieferung für das neue Flugabwehrsystem “Skyranger” der Bundeswehr. Unter Berufung auf Bundeswehr- und Parlamentskreise hieß es, die ersten neuen Flugabwehrkanonenpanzer sollten rund 16 Monate später abgegeben werden als geplant.
Das Flugabwehrsystem soll die ausgemusterten Panzer vom Typ “Gepard” ersetzen, die derzeit in der Ukraine erfolgreich zur Abwehr von Drohnen eingesetzt werden. Auf Anfrage des Stern räumte Rheinmetall demnach ein, dass es eine Verzögerung von rund 5 Monaten gebe.
Die verspätete Auslieferung würde in jedem Fall wohl zu einer Vertragsstrafe führen, wie der Stern schreibt. Diese sei aber auf 25 Millionen Euro begrenzt, das gehe aus Unterlagen hervor, die dem Magazin vorliegen. Rheinmetall selbst wollte sich zu einer möglichen Vertragsstrafe nicht äußern.





















