Geopolitik

Alterseinkommen: Mehr als eine Million Menschen erhält Grundrentenzuschlag | ABC-Z

Mehr als eine Million Menschen erhält in Deutschland eine Grundrente von durchschnittlich 97 Euro im Monat, um ihr Alterseinkommen aufzubessern. Das zeigt eine Untersuchung der Universität Regensburg im Auftrag der Bundesregierung. Die Studie zeige, dass die Grundrente “zielgerichtet” bei den Menschen ankomme, sagte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD).

Die Grundrente ist ein Zuschlag zur normalen gesetzlichen Rente für Menschen, die trotz langjähriger Beitragszahlungen nur geringe Rentenansprüche haben. Die Untersuchung betrachtet das Jahr 2023. 1,27 Millionen Menschen bekamen damals Grundrente. Männern in den neuen Ländern wurden im Schnitt 67 Euro Grundrente ausgezahlt, in den alten Ländern bekamen sie 95 Euro. Bei Frauen mit Grundrente betrug der Zuschlag im Osten im Schnitt 86 Euro, im Westen 103 Euro.

Insgesamt erfüllen den Angaben zufolge 12,3 Prozent der Altersrentnerinnen und -rentner grundsätzlich die Voraussetzungen für eine Grundrente. Nach der Einkommensprüfung erhalten jedoch nur 6,21 Prozent den Zuschlag tatsächlich.

Kindererziehungszeiten werden berücksichtigt

Mehr als vier von fünf der Grundrentenberechtigten sind Frauen, wobei besonders Frauen in den neuen Ländern von niedrigen Renten betroffen sind. Vor allem bei den jüngeren Jahrgängen machen sich hier brüchigere Erwerbsbiografien und Arbeitslosigkeit während der Nachwendezeit bemerkbar. Im Schnitt haben Frauen unter sonst gleichen Bedingungen eine 13 Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit, grundrentenberechtigt zu sein, haben die Autorinnen und Autoren errechnet. Sie stellen fest: Nach wie vor übernähmen Frauen einen überproportionalen Anteil der Kindererziehung. 

Für die Grundrente ist das positiv, denn Kindererziehungszeiten werden berücksichtigt: “Fast jede fünfte Altersrentnerin erfüllt die Voraussetzungen, während dies nur bei einem geringen Teil der Männer der Fall ist.” Kindererziehungszeiten trügen bei Müttern mit mehreren Kindern beinahe so stark zur Berechtigung auf Grundrente bei wie Beschäftigungszeiten. 

Anspruch auf den Grundrentenzuschlag hat man nach mindestens 33 Jahren mit Pflichtbeiträgen, etwa aus Beschäftigung oder Kindererziehung und geringen Anwartschaften. Bas sagte: “Die Grundrente würdigt die Lebensleistung von hart arbeitenden Menschen in diesem Land und ist ein Erfolg.” Wer jahrzehntelang mit unterdurchschnittlichem Verdienst gearbeitet und in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt habe, erhalte so eine höhere Rente. “Gerade Frauen profitieren von dem Zuschlag zu ihrer Rente.” 

Angesichts der Reformversprechen der Regierung bei der Rente versicherte Bas: “Wir werden in der Alterssicherung gezielt Menschen in den Blick nehmen, die hart gearbeitet haben.” Arbeit und Lebensleistung müssten einen Unterschied machen. Bis Mitte des Jahres sind Empfehlungen einer Regierungskommission zur Rente angekündigt.

Dabei gibt es Forderungen, die Grundrente zu erhöhen. So hatte Ver.di-Chef Frank Werneke die Grundrente angesichts stark gestiegener Lebenshaltungskosten als “viel zu wenig” kritisiert.

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