Alle warten auf Karl: Als der Bayern-Youngster dann kommt, ist er auch ganz schnell wieder weg | ABC-Z

Ein bisserl skurril war er schon, dieser Auftritt von Lennart Karl bei einem Sponsorentermin im Münchner Norden. Doch der 18-Jährige selbst konnte wohl am allerwenigsten dafür. Mehrere Medienvertreter waren geladen, sie warteten zum Teil mehrere Stunden, weil ein Gespräch mit Karl nach der Veranstaltung in Aussicht gestellt worden war.
Als der Youngster des FC Bayern dann kam, mit einer Entourage wie Michael Jackson, sagte er: nichts. Ein paar Fotos mit dem Firmenchef hier, ein Gang an den zu bewerbenden E-Rollern vorbei da – und Karl war wieder weg. Abgeschirmt von PR-Menschen, die keine Statements des Nationalspielers zulassen wollten. Dabei ist Karl auch deshalb so beliebt, weil er frisch, frech, frei von der Leber weg spricht. Chance vertan!
“Er bringt viel mit, ist unbekümmert und hat Spielwitz”
Zum Glück wurde zumindest über Karl gesprochen – und das aus berufenem Munde. Lukas Podolski, ebenfalls Markenbotschafter und wie Karl sehr früh sehr erfolgreich in seiner Karriere, zeigte sich beeindruckt von den Qualitäten des Offensivstars. Er traue Karl “einiges” bei der WM im Sommer zu, sagte Podolski auf AZ-Nachfrage: “Er bringt viel mit, ist unbekümmert und hat Spielwitz. Ich bin immer der Meinung, es soll nach Leistung gehen – egal ob einer 17, 18 oder 25 ist. Es soll nach Charakter und Spielwitz gehen: Passt er ins Team oder nicht – und dann ist das Alter egal.”
Podolski debütierte kurz vor der EM 2004 im DFB-Team, 2006 bei der Heim-WM wurde er als bester junger Spieler des Turniers ausgezeichnet. Als Krönung holte er 2014 den WM-Titel in Brasilien. Ob Karl einen ähnlichen Weg gehen wird? Seine ersten beiden Länderspiele gegen die Schweiz (4:3) und Ghana (2:1) waren jedenfalls überzeugend.
Podolski schwärmt von Karl: “Zeugt von Stärke und Charakter”
“Er macht das Besondere auf dem Platz und man schaut ihm einfach gerne zu”, schwärmte Podolski von Karl. “Klar ist er noch ein bisschen unreif und unerfahren, aber das ist normal. Das war ich auch in meinen jungen Jahren, dann habe ich auch durch Fehler und andere Dinge viel gelernt. Das wird er genauso durchmachen.” Grundsätzlich solle man sich in Deutschland freuen, dass “wir solche Spieler haben” und diese “unterstützen und fördern”, ergänzte Podolski. Das mache der FC Bayern bislang clever bei Karl: “Er kommt immer zu seinen Einsätzen und macht es gut, geht seinen Weg. Sich bei Bayern in dem jungen Alter durchzusetzen, zeugt von Stärke und Charakter.”
Generell sei es “schön zu sehen, dass in Deutschland immer mehr junge Spieler die Chance bekommen, dabei zu sein”, ergänzte der 40-Jährige: “Jetzt heißt es, die Spieler auch einzusetzen und ihnen die Chance zu geben.” Wie Karl, der in Julian Nagelsmanns Mannschaft eine wichtige Rolle bei der WM spielen könnte. Er sei sicher, “dass er einfach ein guter und lustiger Typ ist und ich auch persönlich gut mit ihm zurechtgekommen wäre bei der Nationalmannschaft”, ergänzte Podolski, ehe er auf dem Roller durch den Parcours düste: “Ich glaube, er hat leider Training, deshalb haben wir uns verpasst.” Aber das können beide ja nachholen.





















