All: Forscher züchten erstmals Kichererbsen in Mondstaub |ABC-Z

Ein Leben auf dem Mond scheint derzeit noch unmöglich. Doch Forscher untersuchen bereits, wie sich Astronauten dort ernähren könnten. Dafür ließen sie Kichererbsen in simuliertem Mondstaub wachsen.
Die geplante Artemis-II-Mission startet voraussichtlich im Frühjahr. Dabei umrunden vier Astronauten den Mond. Zwei der Raumfahrer erkunden nach der Mondlandung sogar den Südpol des Mondes. Insgesamt zehn Tage soll die Mission dauern.
Doch was essen Astronauten bei langfristigen Mondmissionen? Forscher der University of Texas haben darauf eine Antwort: Kichererbsen. Die Pflanze soll in Zukunft auf der Mondoberfläche angebaut werden.
Um den Anbau zu testen, haben die Wissenschaftler Kichererbsen in simuliertem „Mondboden“ angebaut. Aufgrund ihrer kompakten Größe und Widerstandsfähigkeit produzierte die Kichererbsensorte „Myles“ sogar Früchte, die von den Wissenschaftlern geerntet wurden. Es sei die erste erfolgreiche Zucht der Kichererbse in der mondähnlichen Erde, heißt es in einer Mitteilung. Die Ergebnisse des Experiments wurden kürzlich in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht.
„Die Forschung befasst sich mit der Machbarkeit des Anbaus von Nutzpflanzen auf dem Mond“, sagte Sara Santos. Sie ist Hauptautorin der Studie. „Wie wandeln wir diesen Regolith in Boden um? Welche natürlichen Mechanismen können diese Umwandlung bewirken?“
Mondregolith ist die Fachbezeichnung für Mondstaub. Ihm fehlen die für das Pflanzenwachstum notwendigen Mikroorganismen und organischen Materialien. Zwar enthält der Mondstaub essenzielle Nährstoffe und Mineralien, jedoch auch Schwermetalle, die für Pflanzen giftig sein können.
Für ihre Studie verwendeten die Forscher simulierten Mondstaub: eine Mischung, die die Zusammensetzung der von Apollo-Astronauten mitgebrachten Mondproben nachbildet.
Um im Mondboden optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen, fügte das Team Wurmkompost hinzu – ein Nebenprodukt der Kompostwürmer, das reich an essenziellen Pflanzennährstoffen und Mineralien ist und ein vielfältiges Mikrobiom aufweist. Die Regenwürmer produzieren dieses Produkt, indem sie organisches Material wie Essensreste oder Baumwollkleidung und Hygieneartikel fressen, die sonst bei Missionen im Müll landen würden.
Das Team überzog die Kichererbsen vor der Aussaat mit arbuskulärer Mykorrhiza. Bei diesem Stoff handelt es sich um Pilze und Kichererbsen, die eine Symbiose bilden: Die Pilze nehmen wichtige Nährstoffe für das Wachstum auf und reduzieren gleichzeitig die Aufnahme von Schwermetallen. Anschließend pflanzte das Forschungsteam die Kichererbsen in eine Mischung aus Mondboden und Wurmkompost.
Mischungen mit bis zu 75 Prozent Mondstaub brachten erfolgreich erntereife Kichererbsen hervor, schreiben die Forscher. Höhere Anteile führten jedoch zu Problemen: Die Pflanzen zeigten Stresssymptome und starben frühzeitig ab. Die gestressten Pflanzen überlebten länger als Kichererbsen ohne Pilzimpfung, was die Bedeutung der Pilze für die Pflanzengesundheit unterstreicht. Darüber hinaus beobachteten die Forscher, dass die Pilze das Simulationsmedium besiedeln und darin überleben konnten. Dies deutet darauf hin, dass sie in realen Anbaubedingungen nur einmalig zugeführt werden müssten.
Die Ernte der Kichererbsen ist zwar ein wichtiger Meilenstein, doch Geschmack und Sicherheit der Hülsenfrüchte sind weiterhin ungeklärt. Die Forscher müssen noch den Nährstoffgehalt der Kichererbsen bestimmen und sicherstellen, dass während des Wachstums keine toxischen Metalle aufgenommen wurden.





















