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Affe Punch erobert Social Media: Je suis Monkey | ABC-Z

Die Mutter wollte nichts von ihm wissen, doch das Netz liebt ihn: Der kleine Punch aus dem japanischen Ichikawa Zoo ist ein Star, dabei hatte er bisher keine leichte Kindheit. Das Makakenbaby wurde kurz nach der Geburt im Juli 2025 von seiner Mutter abgelehnt und vom eigenen Trupp verstoßen.

Während sich Affenbabys normalerweise in den ersten Lebensmonaten an das Fell ihrer Mütter klammern, muss Punch von Tierpflegern großgezogen werden.

Ein „Klammerersatz“ musste her, und zwar schnell. Denn Körperkontakt ist für Jungtiere essenziell für die soziale Entwicklung, die Muskulatur und das Gefühl von Sicherheit. Handtücher und Kuscheltiere waren nichts für Punch. Seit man ihm ein Orang-Utan-Plüschtier als Ersatzmama anbot, sind die beiden unzertrennlich und das Internet schmilzt.

Die Videos auf Instagram und Tiktok erzählen, unterlegt mit pathetischer Musik, eine herzzerreißende Heldenreise, mit ähnlichem Plot wie das hässliche Entlein. Denn trotz grober Schubsereien zwischen Punch und seinen Artgenossen beteuern die Pfleger in öffentlichen Statements, dass er auf einem guten Weg sei, sich doch noch in seinen Trupp zu integrieren.

Punch punchen

Und so sehen wir nach den Videos, in denen der kleine Punch gepuncht wird und er alleine durch das Gehege streift, die ersten zaghaften Annäherungsversuche mit anderen Makaken, Plüschmama natürlich immer in der Nähe. Kein Wunder, dass das Internet vor lauter Rührung nicht mehr kann. Das Kindchenschema kickt und Affenkuscheltiere boomen.

Natürlich tummeln sich jetzt ungewöhnlich viele Leute in dem Zoo, nur um den kleinen Punch zu sehen. Wer nicht mal eben nach Japan reisen kann, verfolgt Punchs Entwicklung unter dem Hashtag #HangInTherePunch (Halte durch Punch). Tier-News ziehen eben immer. Eisbärbaby Knut aus dem Zoologischen Garten Berlin löste 2006 einen ähnlichen weltweiten Hype aus. Er wurde ebenfalls von seiner Mutter verstoßen und musste mit der Hand aufgezogen werden.

Vielleicht ist Punch aber ein besonderer Magnet für unsere Sympathien. Zunächst einmal, weil er ein Äffchen ist und dem Menschen rein biologisch schon nahe steht. Andererseits aber vielleicht auch, weil unsere Wahrnehmung – anders als noch zu Knuts Zeiten – mittlerweile abgestumpft sein dürfte.

Dank KI gibt es nichts mehr, was man nicht schon mal in irgendeiner Form gesehen hätte oder sich nicht mit ein paar Klicks und Prompts erstellen lassen könnte. Mit Internetcontent noch irgendwie Emotionen rauszukitzeln, besonders Empathie, in Zeiten, in denen ja gerade das im gesellschaftlichen Miteinander immer mehr zu fehlen scheint, ist dann doch wieder bemerkenswert. Immerhin lässt uns menschliches Leid oft genug kalt.

Vielleicht ist das Mitfühlen mit Punch auch nur Ausdruck der eigenen Selbstbezogenheit. Kommentare unter den Affenbabyvideos lassen durchblicken, dass sich viele einsam und als Außenseiter fühlen. So oder so ist klar: Solidarität mit dem kleinen verstoßenen Affen, à la „Je suis Monkey“, mag jetzt noch viele berühren, aber je mehr Punch wächst, desto kleiner wird die Fangemeinde. Die Chancen stehen aber gut, dass wir dann wenigstens witzige Memes über die bis dahin durchgeknetete und abgerockte Plüschmama sehen.

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