Berlin

Adrian Djokić spielt „Felix Krull“ im Schlosspark Theater | ABC-Z

Steglitz – Mit 18 Jahren überwand er seine Kindheitsangst vor dem Wasser und brachte sich selbst das Schwimmen bei. Jetzt wagt Adrian Djokić (28) künstlerisch den Sprung ins kalte Wasser und spielt einen Stoff von Thomas Mann. Der Nobelpreisträger wäre im letzten Jahr 150 geworden. Anlass für das Schlosspark Theater, seinen berühmten Roman „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ zu inszenieren. Am 14. März ist die Premiere.

Für Adrian Djokić ist es das „erste Mal mit Thomas Mann“, wie der junge Künstler zugibt. Fasziniert hat ihn bei der Lektüre vor allem die verschnörkelte Sprache. „Viele Sätze klingen wie Musik. Es macht unglaubliche Freude, sie zu sprechen“, erklärt der musikalische Schauspieler, der selbst Klavier spielt und singt.

Adrian Djokić verzaubert als Felix Krull

Regisseur Frank-Lorenz Engel verdichtet in seiner Bühnenfassung den Roman zu einem temporeichen Theaterabend. Adrian Djokić verzaubert als Felix Krull mit charmanter Frechheit seine „Opfer“. „Wobei er ja nicht wirklich kriminell ist“, verteidigt er den liebenswerten Hochstapler. Ein bisschen dick auftragen, muss auch er als Künstler. „Es ist in unserer Branche üblich, auch mal ältere Fotos von Dreharbeiten zu posten, um den Eindruck zu erwecken, immer beschäftigt zu sein. Es ist wichtig, sichtbar zu bleiben. Als Schauspieler muss man auch hochstapeln können“, gibt Adrian Djokić ganz offen zu.

Adrian Djokić mit Alexa Maria Surholt in „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“
Adrian Djokić mit Alexa Maria Surholt in „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ Foto: DERDEHMEL/Urbschat

Die Geschichte von Felix Krull versteht der junge Künstler „auch als Spiegel unserer Gesellschaft. Sein Umfeld projiziert eigene Bedürfnisse und Vorstellungen in ihn hinein, und er ist ein Meister darin, diesen Erwartungen mit großem, verlockendem Charme zu entsprechen. Das macht diesen Stoff – politisch gesehen – auch so hochaktuell.“

Adrian Djokićs Debüt an der Bühne in Steglitz

Nur Privates lässt der in Österreich geborene Künstler mit serbisch-rumänischen Wurzeln lieber aus den sozialen Netzwerken raus. „Ich bin seit sechseinhalb Jahren mit einem Mann zusammen, da bin ich ganz offen. Aber ich poste eben keine Fotos von uns“, erklärt der Schauspieler. Dafür wird sein Partner sicher in der Premiere im Schlosspark Theater sitzen. Schließlich ist es das Debüt von Adrian Djokić an der Bühne in Steglitz.

Für Privates bleibt ihm neben den Proben momentan wenig Zeit. Nicht mal für seinen Lieblingssport, der ihm als Kind so große Angst gemacht hat: Adrian Djokić ist mittlerweile ein begeisterter Schwimmer!

Lesen Sie auch

Intendant Dieter Hallervorden fühlt sich mit knapp 90 noch „unkaputtbar“

Molières Komödie im Schlosspark Theater
Dieter Hallervorden ist zum 90. eingebildet krank

Schlosspark Theater, Schloßstraße 48, Tickets 30-47 Euro hier

Back to top button