Stil

Dior und Co: Weite Shorts für den Sommer – Stil | ABC-Z

Für sie:

Dass Celine jetzt das neue Miu Miu ist, merkt man daran, dass es von bezahlbaren Labels wie verrückt nachgeahmt wird. Yves-Klein-Blau zu Rot und Schwarz hängt jetzt so auch bei Mango, und der Hosenrock der Saison überall. Die zu dieser Silhouette gehörenden Suchbegriffe lauten Culottes oder Long Bermudas, aber man kann sie nennen wie man will – Fakt ist, dass sie ein Risiko ist. Denn die Silhouette endet meistens an genau der Stelle des Frauenbeins unterhalb des Knies, wo es in die Wade übergeht, was zu einem aufstampfenden Eindruck führen kann.

Celine

Zum Glück haben wir aber ja die Zeiten, in denen Kleidungsstücke Frauenkörpern schmeicheln sollten, hinter uns gelassen. Heißt: bitte mit großer Lässigkeit gegenüber irgendwelchen Erwartungen von außen rein in die halblange Hose, die sich so bequem anfühlt wie ein Rock, nur eben ohne Windstoßgefahr. Lange Bermudas dürfen übrigens auch etwas schmaler sein (gibt es zum Beispiel bei Cos), aber das hier zu sehende weitere Celine-Original (bezahlbare Imitationen gibt es bei Uniqlo) ist einfacher zu tragen. Und es liefert die Antwort auf die Frage des Wie gleich mit: lässig, aber bloß nicht nachlässig. Die eigentlich eher von Surfer-Shorts inspirierte Hose wird nämlich nicht etwa mit schluffigen Flipflops oder Tanktops getragen, sondern mit allen Insignien der Bourgeoisie kombiniert. Twinset, eleganter Gürtel und Ballerinas mit Socken zum Beispiel, oder Bluse, hohe Sandale und Blazer. Der größte modische Fehler ist wohl, das Unschmeichelhafte mit Unkompliziertem gleichzusetzen.

Für ihn: Weit und breit

Weit und sehr weit geschnittene Hosen sind in der Herrenmode vor einigen Jahren eingezogen und scheinen erst mal zu bleiben. Es sieht zwar nicht jeder Mann mit flatterndem Beinkleid automatisch gut aus, aber der weite Look ist doch insgesamt deutlich angenehmer als die fünfzehn Jahre Slim- und Skinny-Hosen davor, dank derer man mehr Waden, Kniescheiben und sonstiger Anatomie ansichtig wurde, als zuträglich ist. An die logische Fortsetzung der Oversized- und Barrel-Trousers hat man bei der ersten Begeisterung vielleicht nicht gleich gedacht, sie war allerdings auf den Laufstegen für diesen Sommer zu sehen: sehr weite Shorts! Die gab es etwa bei Sacai, Hed Mayner oder ganz prominent hier bei Dior.

Dior

Interessant ist der Look von viel zu viel Stoff auch in diesem sommerlichen Zusammenhang, wenngleich zu bezweifeln ist, dass er sich ebenso durchsetzt wie bei den normal langen Hosen. Denn dort erzeugen die weiten Hosenbeine ja einen schwingenden und immer etwas elegant-künstlerischen Auftritt, weil sie einfach den banalen Oberschenkel-Unterschenkel-Knie-Knöchel-Wahnsinn bis hinab zum Boden kaschieren, in einem einzigen Stück fallenden Tuches. Wenn nun aber, wie bei Shorts zwangsläufig, aus den unendlichen Weiten der Hosen nach der Hälfte plötzlich doch wieder dünne nackte Beine herauskommen, weckt das ein bisschen den Eindruck, wie man ihn etwa auch angesichts einer Schweinshaxe auf dem Teller hat: Unnatürlich viel Masse oben, und unten wächst ein dünnes Knöchelchen raus. Sicher, die Skater und Boarder haben ihre Shorts vor dreißig Sommern auch bereits mal so getragen. Da fand man es allerdings auch schon seltsam.

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