Kein Neustart der Glonner Hospizinsel in Sicht – Ebersberg | ABC-Z

Ein Bild mit vielen fröhlichen Menschen, dazu eine positive Nachricht: „Gute Nachrichten für die Hospizarbeit im Landkreis Ebersberg.“ So hat der Ebersberger CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Huber kürzlich auf Instagram angekündigt, dass die Hospizinsel Glonn 100 000 Euro aus der Fraktionsinitiative der Landtags-CSU erhält. Beim Caritasverband der Erzdiözese München und Freising freut man sich zwar über das Geld – das heißt aber noch lange nicht, dass die Einrichtung tatsächlich bald wieder öffnen kann. „Für eine Wiedereröffnung braucht es eine tragfähige, zukunftsfähige Basis – personell, finanziell und konzeptionell“, erklärt Caritas-Sprecherin Carmen Krippl auf eine Anfrage der SZ.
Seit Ende Januar ist die Hospizinsel im Glonner Marienheim, die im Mai 2022 eröffnet wurde und Platz für bis zu sechs schwer kranke Bewohner bot, geschlossen. Auslöser für die Schließung waren laut Caritas aktuelle personelle Engpässe, was allerdings nicht das einzige Problem der Einrichtung ist: Auch die Finanzierung war von Beginn an schwierig. Weil es sich um eine Art Pilotprojekt handelt, zahlen die Kranken- und Pflegekassen nur einen Teil der Kosten. Zwar beteiligt sich der Landkreis an der Finanzierung, und es gibt auch Spenden, dennoch muss der Caritasverband einen erheblichen Eigenanteil beisteuern – nach eigenen Angaben mehr als 100 000 Euro pro Jahr.
Die finanzielle Zuwendung aus der Fraktionsinitiative der CSU hilft also, Lücken in einem Geschäftsjahr zu schließen – mehr aber auch nicht. Man bewerte den Zuschuss „als sehr positives Signal und Unterstützung“, unterstreicht die Caritas-Sprecherin Carmen Krippl: „Sie zeigt, dass es ein hohes politisches Interesse an einer guten Versorgung sterbender Menschen gibt und unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung dieses Angebots.“ Eine nachhaltige Refinanzierung des Angebots sei damit aber nicht gewährleistet. „Genau diese langfristige Sicherung, gemeinsam mit der Gewinnung des notwendigen qualifizierten Personals, wird die entscheidende Aufgabe für die kommenden Schritte sein“, sagt die Caritas-Sprecherin. Eine kurzfristige Überbrückung allein „würde den Anforderungen an eine qualitativ hochwertige hospizliche Versorgung nicht gerecht werden“.
Eine dauerhafte solide Finanzierung der Einrichtung strebt auch die Politik an: Landrat Robert Niedergesäß und Landtagsabgeordneter Thomas Huber (beide CSU) haben hierzu einen Runden Tisch ins Leben gerufen, nach den Osterferien ist die nächste Sitzung geplant.





















