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Playoff-Halbfinals in der DBBL: BC Marburg im Halbfinale – “Reise ist noch nicht zu Ende” | ABC-Z

Stand: 07.04.2026 • 13:41 Uhr

Die Basketballerinnen vom BC Marburg haben völlig überraschend das Halbfinale in den Play-Offs zur Deutschen Meisterschaft erreicht. Weil dort nun eine Mannschaft auf Augenhöhe wartet, ist jetzt sogar das Finale zum Greifen nahe.

Spätestens als Marianna Byvatov auf der Zuschauertribüne stand und dort auf die von den eigenen Fans mitgebrachte Standtrommel einschlug, war klar, dass es da etwas Außergewöhnliches zu feiern gab. “Halbfinale, Halbfinale, hey, hey!”, skandierten die Anhänger im Takt der besten Marburger Werferin dieses Viertelfinals bei den Saarlouis Royals. Dort hatten die Mittelhessinnen gerade mit 68:63 das entscheidende dritte Match für sich entschieden.

Nur eins von vier Vierteln gewonnen

Ein Auswärtssieg war ihnen im Saarland vier Jahre lang nicht gelungen. Und überhaupt waren die Gastgeberinnen in diesem KO-Duell als zweitbestes Team der Hauptrunde der klare Favorit gegen die siebtplatzierten Marburgerinnen. Sämtliche Statistiken sprachen gegen einen Erfolg des Underdogs, der aber im zweiten Match dieser Best-Of-Three-Serie mit dem 84:80-Heimsieg schon andeutete, dass nichts unmöglich scheint. Dort lag der BCM zwischenzeitlich mit 14 Zählern zurück, schaffte aber im letzten Viertel den unerwarteten Turnaround.

Auch in Saarlouis gewannen die Marburgerinnen lediglich einen einzigen Spielabschnitt. Das 26:10 im dritten Viertel brachte aber den vorentscheidenden Vorsprung. “In der Halbzeitpause haben wir ein paar kleine Details verändert”, erklärte Coach José Araújo die Aufholjagd. “Nach dem hohen Rückstand haben wir uns Ballbesitz für Ballbesitz zurückgekämpft. Als wir dann in Führung gegangen sind, haben wir gewusst, dass wir gewinnen können.” Eine Energieleistung, die nun auch den nächsten Schritt ermöglicht, denn der Einzug ins Finale der Final Four scheint realistisch.

Lösbare Aufgabe im Halbfinale

Die Syntainics MBC aus Halle (Saale) beendeten die Hauptrunde punktgleich mit Marburg auf Rang sechs, das Heimspiel gewannen die Marburgerinnen, auswärts mussten sie sich geschlagen geben. Klingt also machbar. “Das ist ein Gegner auf Augenhöhe. Ich kann mir vorstellen, dass das eine spannende Serie wird. Aber ich bin da sehr optimistisch”, prognostizierte Flügelspielerin Lia Kentzler im Gespräch mit dem hr-sport.

Am Samstag (11.) findet in Halle das erste von maximal fünf Halbfinal-Spielen statt. Wer zuerst drei Begegnungen gewonnen hat, steht im Finale. Dass die beiden ersten Partien auf fremdem Parkett ausgetragen werden, muss kein Nachteil sein. Denn sollte man hier mindestens einmal gewinnen, könnte man in Marburg in den zwei nachfolgenden Heimspielen, die am Mittwoch und Freitag (15./17.4., jeweils 20 Uhr) in der Georg-Gaßmann-Halle ausgetragen werden, den Deckel draufmachen.

“Ich könnte nicht glücklicher sein für den Verein und für alle, die Anteil an dem Erfolg haben. Wir haben so positiv verrückte und leidenschaftliche Fans”, ließ Coach Araújo schon mal durchblicken, dass die eigene Halle ein Pfund sein kann. “Diese Reise ist noch nicht zu Ende”, ist sich Kentzler sicher. “Wir wollen natürlich jetzt auch im Finale stehen.” Und wenn es am Ende wie 2003 schon einmal für den ganz großen Wurf, den Titel, reichen sollte? “Man munkelt, dass sich einige die Haare blau färben müssen”, so Kentzler grinsend. Eine Bürde, die sie in Marburg wohl nur zu gerne auf sich nehmen würden. Unmöglich scheint jedenfalls nichts mehr.

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