Kultur

Die Drehbuchautoren exemplifizieren: Warum wir den “Tatort – Unvergänglich” so haben enden lassen | ABC-Z

In den letzten Tagen und Wochen haben wir natürlich alles gelesen, was die Presse und die Fans über das “Ende” von Batic und Leitmayr geschrieben haben. Und dadurch wurde uns wieder bewusst, welch Privileg und Verantwortung es doch war, das “Ende” tatsächlich schreiben zu dürfen.

Und wenn wir hier übers Schreiben reden, dann darf man ja vielleicht auch einen der Allergrößten dieser Zunft zitieren. Goethe schrieb in “Faust – Der Tragödie zweiter Teil”: “Denn es muss von Herzen gehen, was auf Herzen wirken soll.” Das war das Anliegen aller beteiligten Menschen. Es muss von Herzen kommen. Kein kalkuliert medienwirksamer Schock, kein verkopftes Spiel mit Metaebenen. Fürs Herz der Tatort-Nation, aus den Herzen aller Tatort-Kreativen muss es entstehen. Das “Ende”.

Moritz Binder (re.) mit seinem Deutschen Filmpreis für „September 5“ vor einem Jahr. Links: Regisseur Tim Fehlbaum.
© IMAGO/Eventpress
Moritz Binder (re.) mit seinem Deutschen Filmpreis für „September 5“ vor einem Jahr. Links: Regisseur Tim Fehlbaum.

von IMAGO/Eventpress

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Da hatten Schreib-Eitelkeiten keinen Platz. Es stand von Tag eins an fest – das Ende muss mit denen eng abgestimmt sein, die diese zwei Figuren 35 Jahre lang mit Leben und Herzblut gefüllt haben: Miroslav und Udo. Ihre Ideen für den Ruhestand waren natürlich genau die richtigen. Denn niemand kennt Ivo und Franz so gut wie sie.

Es war ein Feilen und ein Ausbalancieren. Wie viel Spannung, wie viele Wendungen im Fall und wie viele Momente zwischen den Kommissaren vertragen diese zwei letzten Filme? Wie kann man 35 Jahre spürbar machen, ohne eine Abschieds-Show aus den Drehbüchern zu generieren?

Teamarbeit war der Schlüssel. Teamarbeit mit dem feinfühligen Regisseur Sven Bohse, dem leidenschaftlichen Redakteur Cornelius Conrad, der hingebungsvollen Produktionsfirma Neuesuper und eben den zwei Männern, um die es geht: Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl.

Drehbuchautorin Johanna Thalmann (re.) studierte  an der Hochschule für Film und Fernsehen das Fach Spielfilmregie.
Drehbuchautorin Johanna Thalmann (re.) studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen das Fach Spielfilmregie.
© facebook
Drehbuchautorin Johanna Thalmann (re.) studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen das Fach Spielfilmregie.

von facebook

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Es war klar, dass man diese Legenden nicht sterben lassen darf. Und dass sie letztendlich erkennen, was sie aneinander haben, was sie gemeinsam sein können. Das Ende wird also ein Anfang. Für das neue Miteinander der alten Kollegen und Freunde.

“Only you” auf der Fahrt in eine große Zukunft

Wir wussten schon sehr früh in der Entwicklung, dass die letzte Szene eine Reminiszenz an die allererste Szene der Zwei vor 35 Jahren werden soll. Franz und Ivo im Auto, “Only you” schallt aus dem Radio, sie fahren, singen und blicken einer großen, gemeinsamen Zukunft entgegen.

Der erste Fall vor 35 Jahren: Von links: die beiden Kriminalhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl).
Der erste Fall vor 35 Jahren: Von links: die beiden Kriminalhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl).
© BR
Der erste Fall vor 35 Jahren: Von links: die beiden Kriminalhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl).

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Ob man den richtigen Ton am Ende getroffen hat, kann man nicht technisch überprüfen. Aber wir jedenfalls hatten Tränen in den Augen, als wir die letzten Drehbuchseiten geschrieben haben: Tränen der Rührung und der Dankbarkeit.

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