Ben Bernscheider erklärt, wie Männer sich stilvoll kleiden können | ABC-Z

Herr Bernschneider, Sie sind Autor, Regisseur, Fotograf sowie Content Creator und beschäftigen sich auf Social Media und im wirklichen Leben mit Stilfragen. Wie kann ein Mann modisch heute noch punkten?
Indem er sich endlich wieder gut anzieht. Da draußen herrscht das Grauen. Ein gut sitzender Anzug ist heute mehr Punk als ein Gesichtstattoo. Jetzt gerade ist in Deutschland doch wirklich jeder Tag ein schlechter Tag, um Augen zu haben. Ganz vorneweg: Banker und Immobilienmakler, die ihre Anzüge tragen, weil sie es müssen, und nicht, weil sie es wollen. Die sehen teilweise absolut grotesk aus. Viel zu enge, glänzende Anzüge, am besten noch mit Steppweste unterm Sakko. Männer, punktet doch bitte, indem ihr euer Auge trainiert, Geschmack entwickelt sowie Freude und Begeisterungsfähigkeit dafür, sich mit guter Kleidung auszudrücken.
Sie bringen nun unter dem Namen „Ben’s Burlis“ mit Burlington eine limitierte Edition Ihrer Favoriten der Sockenmarke heraus. Kann die wirklich jeder tragen?
Socken mit dem für Burlington typischen Argyle-Muster gehen für mich immer! Karierte Socken und sonstige Muster: Ja, aber nicht beliebig. Sie funktionieren vor allem dann, wenn sie bewusst gesetzt werden. Als kleines Stilzitat, nicht als Karneval. Und sie sollten sich immer an der Hose orientieren, nicht am Schuh. Eine Nuance dunkler als die Hose, dann wirkt es gewollt und nicht zufällig.
Aber wo sind die Grenzen der farbstarken Kleidungsstücke für den Mann? Wann sollte er vielleicht lieber einen Gang zurückschalten?
Wenn das Kleidungsstück lauter ist als der Mensch, der es trägt. Farbe ist großartig – ich liebe Pink, Grün, Gelb. Aber sie muss eingebettet sein. Ein starkes Teil pro Outfit reicht. Wenn alles gleichzeitig schreit, hört man am Ende niemanden mehr.





















