Handball-Schale zurück in der Halle! | ABC-Z

Oster-Sonntag ist seit jeher der Tag der großen Comebacks. Dem steht die Handball-Bundesliga mit Meister Füchse Berlin in dieser Saison in nichts nach. Zum einen ist Stefan Kretzschmar zum ersten Mal nach seiner Entlassung als Sport-Boss der Berliner im September wieder bei einem Füchse-Heimspiel. Zum anderen wird in der Halbzeit der Partie gegen Leipzig (39:26) auf dem Spielfeld ein ganz besonderer „Gast“ präsentiert: die Meisterschale der Daikin HBL!
Ja, es ist wahr! Die Handball-Meisterschale ist zurück! Die nach einem Einbruch auf der Füchse-Geschäftsstelle verloren und eingeschmolzen geglaubte Trophäe ist im Keller der Berliner wieder aufgetaucht, wird in der Halbzeit des Spiels gegen Leipzig den Fans auf einem Stehtisch in der Hallenmitte präsentiert. Im November 2025 wurde die Schale aus der Füchse-Geschäftsstelle gestohlen. Im Januar 2026 wurden zwei Verdächtige festgenommen, die Trophäe blieb aber zunächst verschollen. Aber plötzlich ist sie wieder da! Bei einer Generalinventur entdeckte ein Praktikant der Geschäftsstelle das gute Stück im Keller der Füchse-Zentrale am Berliner Gendarmenmarkt – hinter mehreren Kartons, die an Ex-Ausrüster Puma zurückgeschickt werden sollten.
Handball: Meisterschale bei Füchse-Sieg zurück in der Halle
Oster-Wunder in Berlin! Aber nur in der Halbzeit. Auf der Platte ist das Spiel des Meisters gegen den Tabellenletzten von der ersten Minute an eine klare Angelegenheit. Wobei: Die allererste Aktion der Berliner geht noch daneben, Kapitän Max Darj bekommt schon nach 30 Sekunden eine Zwei-Minuten-Strafe. Kretzschmar, der als Co-Kommentator für WELT TV, Dyn und BILD.de in der Halle ist, kann’s kaum glauben: „Also, das müsste ja so ziemlich die schnellste Zwei-Minuten-Strafe der Bundesliga sein in dieser Saison. Max Darj ist im Spiel, würde ich sagen …“
Gilt auch für Kretzsches Ex-Team. Nach zehn Minuten steht es schon 8:3 für die Füchse, Jung-Nationaltorwart Lasse Ludwig hat da von sieben Leipziger Würfen bereits vier gehalten. Am Ende kommt er auf unglaubliche 19 Paraden, ist ganz klar Spieler des Spiels. Leipzig-Trainer Frank Carstens ist früh um Schadensbegrenzung bemüht, nimmt die Auszeit, sagt: „Wir müssen einfach mal das tun, was wir die ganze Woche über machen. Wenn wir eine klare Chance haben, den Ball reintun, und hinten bitte in unserem System verteidigen.“ Dass sogar Berlins Kreisläufer Mijajlo Marsenic, der nicht als Sprint-Wunder gilt, ein Gegenstoß-Tor geschenkt bekommt, nervt Leipzigs Kapitän Lukas Binder besonders. Er brüllt: „Jungs, dass fucking Marsenic ’nen Konter läuft, ist nicht das, was wir gesagt haben!“ Problem: Es wird nicht besser, beim 14:5 nach 15 Minuten ist die Handball-Ostermesse gelesen, zur Pause steht’s 20:10.
Durch den deutlichen Füchse-Sieg rehabilitiert Handball-Ikone Kretzsche immerhin den Ruf als Handball-Prophet. In seiner Dyn-Sendung „Kretzsche & Schmiso“ hatte er prophezeit, dass Kiel noch Zweiter wird. Prompt vergeigte der THW sein Heimspiel gegen Eisenach (30:30). Vor dem Spiel am Sonntag, bei dem er erstmals nach seiner Entlassung im September wieder ein Füchse-Heimspiel besucht, orakelt er: „Es wird nicht einfach nur schwer für Leipzig, es wird unmöglich. Sie werden hier heute nicht gewinnen können. Tut mir leid, wenn ich schon am Anfang die Spannung rausnehme aus diesem Spiel. Die Berliner werden unbedingt etwas beweisen wollen, und Leipzig wird nicht viel entgegensetzen können. In meinen Augen, aber ich bin ja nicht der Prophet der Nation, wie man gesehen hat …“ Diesmal behält er komplett recht.





















