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Liberale-Chef will nicht mehr kandidieren: Dürr kneift nun doch | ABC-Z

dpa | Angesichts der Kandidatur von FDP-Vize Wolfgang Kubicki für den Bundesvorsitz zieht der amtierende Parteichef Christian Dürr seine eigene Bewerbung zurück. Eine Parteisprecherin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur einen entsprechenden Bericht der Bild.

„Ich habe keinen Zweifel daran, dass die FDP wieder erfolgreich sein wird“, erklärte Dürr am Ostersonntag. „Die Voraussetzung ist eine geschlossene Formation. Ich leiste meinen Beitrag dazu, unterstütze Wolfgang Kubicki und werde nicht antreten.“

Dürr fügte hinzu: „Ich will vor allem, dass unser Land wieder nach vorne kommt. Dafür braucht es eine starke FDP mit klaren Positionen für Marktwirtschaft und Freiheit. Wolfgang hat das Zeug dazu, das zu schaffen.“

Zuvor hatte der langjährige Vizevorsitzende Kubicki deutlich gemacht, dass er an die Spitze rücken will. Der 74-Jährige äußerte sich zunächst bei der Bild am Sonntag und auch auf X: „Ich werde den Delegierten meiner Partei im Mai ein Angebot machen, bei dem sie sicher sein können: Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen.“

Strack-Zimmermann: „Nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten“

Derweil hat sich die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann kritisch über die Kandidatur ihres Parteikollegen Wolfgang Kubicki für den Vorsitz der Liberalen geäußert. „Wettbewerb kann einer Partei wie der FDP, die wie kaum eine andere für Offenheit und Leistungsprinzip steht, nie schaden“, erklärte die Europaabgeordnete am Ostersonntag. „Doch jetzt ist nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten oder späte Selbstvergewisserung, nur weil dafür Raum entsteht.“

Die FDP müsse von einer neuen Generation geführt werden, „nicht nur von alten Schlachtrössern“, meinte die 68-Jährige. Kubicki und sie selbst müssten ihre Bekanntheit in den Dienst der Neuaufstellung der Partei stellen. „Aber gemeinsam mit der neuen Generation und nicht, indem wir ihr an der Spitze allein im Weg stehen.“

Serie von Wahlschlappen

Die FDP war im März bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und in ihrem Stammland Baden-Württemberg an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und somit nicht in die Parlamente eingezogen. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 war sie bereits aus dem Bundestag geflogen – zuvor war im Bund die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP geplatzt. Der damalige Parteichef Christian Lindner zog sich aus der Politik zurück, Dürr übernahm damals.

Im März hatte der Bundesvorstand um Dürr beschlossen, beim Parteitag im Mai geschlossen zurückzutreten. Dürr hatte aber angekündigt, wieder für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Das nahm er jetzt zurück. Bestehen bleibt die Kandidatur des nordrhein-westfälischen FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Henning Höne. Agnes Strack-Zimmermann bekräftigte ihre Unterstützung für ihn.

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