Studie entlarvt TikTok-Videos mit falschen Infos zu Mental Health | ABC-Z

Das Thema der psychischen Gesundheit, insbesondere die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), rückt zunehmend in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Das spiegelt sich auch in einem deutlich gestiegenen Interesse in sozialen Medien wider. Zwei unabhängige Studien zeigen, dass insbesondere auf der Plattform TikTok eine erhebliche Anzahl von Beiträgen irreführende oder faktisch unzutreffende Informationen enthält.
Auf anderen Plattformen wie Facebook und YouTube ist die Fehlerquote zwar geringer ausgeprägt, jedoch keineswegs vernachlässigbar.
TikTok führend bei Falschinformationen zu Gesundheitsthemen wie ADHS
Vor dem Hintergrund, dass immer mehr Menschen soziale Medien zur Suche nach medizinischen Informationen nutzen, untersuchten Wissenschaftler in einer Analyse die Qualität, Zuverlässigkeit sowie die Verbreitung von Fehlinformationen im Bereich psychischer Erkrankungen. Grundlage bildete die Auswertung von 27 Einzelstudien, in denen insgesamt 5057 Beiträge aus sozialen Netzwerken analysiert wurden. Berücksichtigt wurden Inhalte von TikTok, YouTube, Facebook, Instagram sowie Twitter/X.
Die Ergebnisse zeigen: Vor allem auf TikTok finden sich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit fehlerhafte Inhalte. Mehr als die Hälfte – 52 Prozent – der untersuchten Videos über ADHS enthielten falsche oder irreführende Informationen. Auch bei anderen psychischen Störungsbildern zeigte sich ein ähnliches Muster: 41 Prozent der Beiträge zum Thema Autismus sowie 10,3 Prozent der Inhalte zur Dissoziative Identitätsstörung wiesen Fehlinformationen auf.
Auf YouTube variierte die Fehlerquote in Abhängigkeit vom jeweiligen Thema, lag jedoch im Durchschnitt bei etwa 21,99 Prozent. Das entspricht ungefähr jedem fünften Video. Auf TikTok war etwa jedes dritte Video betroffen, mit einer durchschnittlichen Rate von 34,56 Prozent. Auch auf Facebook und Twitter/X wurden Fehlinformationen identifiziert, wenn auch in geringerem Ausmaß.
Erkrankt an ADHS: Videos vermitteln Nutzern das Gefühl
Eine weitere Studie, über die unter anderem die „Apotheken Umschau“ berichtet, zeigt: Soziale Medien erwecken bei Nutzern häufig den Eindruck, selbst von ADHS betroffen zu sein. Die Analyse ergab, dass 51,3 Prozent der dargestellten Symptome nicht den diagnostischen Kriterien entsprechen. Stattdessen werden alltägliche menschliche Erfahrungen häufig fälschlicherweise als Ausdruck der Erkrankung interpretiert. Auch die verbreiteten Therapieempfehlungen stimmen vielfach nicht mit evidenzbasierten Behandlungsansätzen überein.
Durch die starke Präsenz entsprechender Inhalte wird die Häufigkeit von ADHS in der Bevölkerung deutlich überschätzt. Nutzer, die bei sich selbst ADHS diagnostiziert hatten, gingen davon aus, dass 37,5 Prozent der Bevölkerung ADHS haben. Demgegenüber zeigen die tatsächlichen Daten, dass ADHS bei etwa fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen sowie bei zwei bis drei Prozent der erwachsenen Bevölkerung diagnostiziert wird.
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Ein zentrales Problem besteht darin, dass sich viele Menschen in den beschriebenen Symptomen wiedererkennen und durch entsprechende Inhalte in ihrer Selbsteinschätzung bestärkt werden. Vor diesem Hintergrund wird empfohlen, bei einem entsprechenden Verdacht eine medizinische Abklärung, beispielsweise durch eine hausärztliche Untersuchung, in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus betonen die Autoren der Studie die Notwendigkeit, dass medizinisches Fachpersonal und Ärzte verstärkt in sozialen Medien präsent sind, um fundierte und wissenschaftlich gesicherte Informationen bereitzustellen.





















