Falsch geschriebenes Straßenschild macht Frau Winterfeld glücklich | ABC-Z

Schöneberg – Manchmal erwächst aus kleinen Fehlern mehr Vollkommenheit, als Perfektion es erreicht hätte. Hier wurde ein vergessenes „t“ zum Mosaiksteinchen für eine Geschichte mit dreifachem Happy End: für eine Berlinerin, eine Behörde und sogar für ein Stadtquartier.
Den Anfang machte eine Lesermail von Horst Dembski aus Schöneberg. Er gab B.Z. den Hinweis: „Winterfeldtstraße, Ecke Maaßenstraße habe ich dieses Straßenschild entdeckt. Es fehlt das ‘t‘“, schrieb er. Tatsächlich wurde bei einem Vorort-Termin ersichtlich: Auf einem neu angebrachten Schild stand „Winterfeldstraße“. Dabei ist die Straße nach Hans Karl von Winterfeldt (1707–1757), einem preußischen Generalleutnant unter Friedrich dem Großen, benannt.

B.Z. ging dem Schild-Bürgerstreich auf den Grund. Im Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg gab man sich reumütig: „Das ist ein Produktionsfehler, der beim Montieren nicht bemerkt wurde“, antwortet ein Sprecher der Behörde. Wenige Tage später war das Schild durch eines in richtiger Schreibweise ersetzt. Für Horst Dembski und die Anwohner war die Welt, jedenfalls rund um die Winterfeldtstraße, wieder ein bisschen mehr in Ordnung.
Danach meldete sich aber Birgit Winterfeld (ohne „t“) aus der Winterfeldtstraße. „Ich hätte soooo gerne das ‚falsche‘ Schild, wenn es wieder abmontiert wird“, bat sie. „Ich bin so stolz auf meinen Namen und auf meine Wohnadresse. Ich wohne schon seit 25 Jahren an der Winterfeldtstraße und die Namensähnlichkeit hat schon ganz oft für Gelächter oder spöttische Kommentare gesorgt.“

Nachfrage beim Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg. „Gern übergeben wir das fehlerhafte Straßenschild“, hieß es überraschend aus dem Amt. Strahlende Mitarbeiter empfingen Frau Winterfeld, irgendwie versöhnt durch die positive Wendung.
Erst gab’s das Schild, dann einen neuen Job!
Und für Birgit Winterfeld erfüllte sich nicht nur ein Herzenswunsch, sondern sie bekam auch noch ihren Traum-Job im Bezirksamt! Wie kam es denn nun auch noch dazu? Sie lacht: „Das war jetzt wirklich reiner Zufall. Eigentlich hatte ich mich schon im Mai 2025 beworben, nun kam zeitgleich die Zusage.“ In den Galerien Haus am Kleistpark wird sie für Verwaltung und Kulturarbeit verantwortlich sein.
Ihr Fazit: „Ich habe gelernt, folge deinem Herzen, dann gehen deine Wünsche in Erfüllung“, sagt sie. An alle Schilder-Story-Beteiligten gerichtet: „Sie haben mich total glücklich gemacht!“

Das Schild „Winterfeldstraße“ hängt jetzt bei Frau Winterfeld in der Winterfeldtstraße im Flur. So können auch kleine Fehler sinnerfüllend im Leben werden.





















