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„Es war mir eine Ehre“: Gattuso tritt als Italiens Nationaltrainer zurück | ABC-Z

Das erneute Scheitern der italienischen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation zieht Kreise. Jetzt tritt Nationaltrainer Gennaro Gattuso von seinem Amt zurück. Mehrere Nachfolger werden gehandelt.

Italiens abermaliges Scheitern in einer WM-Qualifikation hat innerhalb weniger Tage zu großen personellen Veränderungen geführt. Das Debakel hat nun auch Nationaltrainer Gennaro Gattuso den Job gekostet: Der 48-Jährige trat nach nicht einmal einem Jahr als Cheftrainer der Squadra Azzurra zurück. Zuvor hatten auch schon Verbandschef Gabriele Gravina und der Sportdirektor, der ehemalige Weltklasse-Torwart Gianluigi Buffon, ihre Ämter niedergelegt.

Gattuso zog damit die Konsequenzen aus der 1:4-Niederlage am Dienstagabend im Elfmeterschießen des Playoff-Duells gegen Bosnien-Herzegowina. Damit hatte der viermalige Weltmeister zum dritten Mal in Folge die Qualifikation zu einer WM verpasst.

Gattusos Abgang war bereits seit Tagen erwartet worden. Einer Mitteilung des nationalen Fußballverbands FIGC zufolge wurde die Trennung nun „im Einvernehmen“ beschlossen. In einer persönlichen Erklärung des Ex-Trainers, der bei Italiens letztem WM-Titel 2006 in Berlin als Spieler dabei war, heißt es: „Da wir das Ziel, das wir uns gesetzt hatten, nicht erreicht haben, betrachte ich schweren Herzens meine Zeit auf der Trainerbank der Nationalmannschaft als beendet. Es war mir eine Ehre.“ Das azurblaue Trikot der Squadra sei „das wertvollste, das es im Fußball gibt“.

Spekulationen über Nachfolger laufen schon

In Italiens Zeitungen wird bereits über den Nachfolger spekuliert. Die Liste reicht von den ehemaligen Nationaltrainern Antonio Conte und Roberto Mancini bis hin zum ehemaligen Bayern-München-Trainer Pep Guardiola, der heute Manchester City trainiert. Auch der 74 Jahre alte Claudio Ranieri ist im Gespräch. Allerdings ist bislang völlig unklar, wer tatsächlich an dem Posten Interesse hat. Italiens Fußball steht nach einer ganzen Serie von Pleiten vor einem grundlegenden Neubeginn.

Die Nachfolge an der Spitze des Verbandes soll am 22. Juni geregelt werden – also während der WM in den USA, Kanada und Mexiko. Möglicherweise wird auch erst dann oder sogar danach entschieden, wer neuer commissario tecnico (Nationaltrainer) wird.

Auch Vereinsfußball in Krise

Der Sieg im WM-Finale gegen Frankreich 2006 war auch der letzte Erfolg der einst so großen Fußballnation bei einem K.o.-Spiel einer Weltmeisterschaft. Abgesehen vom EM-Titel 2021 gab es seither praktisch nur noch Enttäuschungen. 2010 und 2014 schieden die Italiener in der Vorrunde aus. 2018 in Russland und 2022 in Katar waren sie nach dem Scheitern in der Qualifikation gar nicht erst dabei. Inzwischen wächst eine ganze Generation von Fans auf, die ihre Fußballer noch nie bei einer Weltmeisterschaft gesehen hat.

Italiens Vereinsfußball steckt ebenfalls in der Krise. Als letzter italienischer Club musste sich Atalanta Bergamo bereits im Achtelfinale aus der Champions League verabschieden – mit einem blamablen Gesamtergebnis gegen Bayern München von 2:10. Die großen Namen wie Inter Mailand, AC Mailand, Juventus Turin oder AS Rom sind bei den europäischen Wettbewerben draußen. Nur der FC Bologna und die AC Florenz mischen in der Europa League beziehungsweise Conference League noch mit.

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