Berlin

41 Filialen und 400 Mitarbeiter betroffen | ABC-Z

Altdorf – Sutor, ein bayerischer Schuhhändler mit langer Tradition, ist pleite. 41 Filialen stehen auf dem Spiel. 400 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs. Das 1934 gegründete Unternehmen hatte kurz nach der Übernahme Insolvenz angemeldet – ab jetzt tickt die Uhr!

Für mehrere Gesellschaften von Sutor wurden am 30. März Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Darüber berichtete das Fachmedium Schuhkurier. Betroffen sind die Sutor Schuh GmbH, die FJ Trading GmbH, die Happy Lagerverkauf GmbH sowie die Sutor GmbH & Co. KG. Alle Firmen haben ihren Sitz in Altdorf bei Landshut in Bayern.

Kunden stehen vor der Sutor-Filiale in Regensburg Foto: picture alliance/NurPhoto

Wie der Schuhhändler in die Insolvenz rutschte

Da die Verfahren in Eigenverwaltung laufen, bleibt die Geschäftsführung im Amt und steuert weiter das Tagesgeschäft. Unterstützt werden die Chefs von einem Sachwalter. Der Sachwalter kontrolliert, ob die Geschäftsführung (in der Eigenverwaltung) ordnungsgemäß läuft und Verfahrensvorschriften eingehalten werden. Bei Sutor handelt es sich um den Insolvenzexperten Oliver Schartl von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen. Er überwacht das Verfahren und begleitet die Sanierung. Als Grund für die Insolvenz gelten wirtschaftliche Probleme. Auch im Schuhhandel spitzt sich die Lage zu. Immer weniger Kunden kaufen in den Innenstädten ein. Gleichzeitig steigen die Kosten für Personal und Energie. Dazu kommt die starke Preiskonkurrenz durch Online-Anbieter.

Sutor gehört zu seinem Beteiligungs-Portfolio: Steffen Liebich
Steffen Liebich hat das bayerische Unternehmen übernommen Foto: fotostudiocharlottenburg/Kairos Industries AG

Der Berliner Unternehmer Steffen Liebich, Geschäftsführer der Leiser Handelsgesellschaft, hatte Sutor über eine Beteiligungsgesellschaft übernommen. Doch nur wenige Tage nach dem Eigentümerwechsel wurden am 8. Januar 2026 die vorläufigen Insolvenzanträge gestellt. Daraus folgt: Schon bei der Übernahme war klar, dass die neuen Eigentümer eine Sanierung unter Insolvenzschutz abwickeln wollten. Bei so einer „vorbereiteten Insolvenz“ soll die vorläufige Phase genutzt werden, um den Plan für die Zukunft der Schuhkette sauber aufzusetzen.

Wie es für die bekannte Schuhkette weitergeht

Ziel ist es nun, das Unternehmen im laufenden Betrieb fortzuführen und neu auszurichten. Laut dem Online-Portal Retail News verfolgt Liebich einen Konsolidierungskurs im Schuhhandel. Einkauf, Logistik und Verwaltung sollen zusammengelegt werden, um Kosten zu sparen. Zudem sollen die Marken unter einem Dach effizienter gesteuert werden. Bislang laufen die Filialen unter den Namen Sutor und Happy Schuh. In der Leiser-Gruppe führt der Unternehmer eine Vielzahl von Schuhmarken, darunter die Filialisten Leiser, Schuhhof, Anika, Schlatholt und Kay. Im Rahmen der Eigenverwaltung wirft das Management jetzt einen intensiven Blick auf die Filialen und auf die Kostenstruktur. Auf BILD-Anfragen haben bisher weder Sachwalter Schartl noch der neue Eigentümer Liebich reagiert.

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