Rakete von Mondmission „Artemis 2“ gestartet | ABC-Z

Die vier Astronauten der NASA-Mission Artemis 2 sind vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida zu ihrem zehn Tage dauernden Flug zum Mond und zurück gestartet. Es handelt sich um den ersten bemannten Flug zum Erdtrabanten seit dem Ende der Apollo-Missionen im Jahre 1972.
Abgesehen von einer kurzen Unterbrechung der Datenübermittlung verlief der Countdown ohne nennenswerte Zwischenfälle. Nach nur acht Minuten Flugzeit erreichte Artemis 2 eine niedrige Erdumlaufbahn und die Raumkapsel „Orion“ trennte sich von der kraftvollen ersten Raketenstufe. „Wir gewinnen im Weltraum, auf der Erde und überall dazwischen“, kommentierte US-Präsident Donald Trump die Mondmission vor dem Start.
Die Raumkapsel wird sich knapp zwei Tage lang in einer Erdumlaufbahn aufhalten. Dabei sollen die komplexen Systeme des Raumschiffs getestet und einige Rendezvous-Manöver geflogen werden. Wenn sich bei diesen Tests der Zustand von „Orion“ als perfekt herausstellt, werden wahrscheinlich am Karfreitag die internen Triebwerke der Raumkapsel gezündet. Deren Schub wird „Orion“ aus dem Erdorbit auf eine Flugbahn zum Mond katapultieren. Nach vier Tagen auf dieser Trajektorie soll „Orion“ dann den Mond erreichen.
Erstmals seit mehr als 50 Jahren kommen Menschen dem Mond nahe
Die vier Astronauten, Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover und die Missionsspezialisten Christina Koch und der Kanadier Jeremy Hansen, werden dann die ersten Menschen seit mehr als 50 Jahren sein, die dem Erdtrabanten nahe kommen. Allerdings wird „Orion“ nicht in eine Umlaufbahn um den Mond einschwenken, sondern ihn nur in einem sogenannten Schleudermanöver umfliegen. Auf einer solchen Flugbahn wird die Anziehungskraft des Mondes genutzt, um dem Raumschiff genügend Schwung für die Rückkehr zur Erde zu geben. Derartige Manöver sind bei interplanetaren Raumflügen üblich, weil dann die internen Triebwerke nicht einmal gezündet werden müssen.
Nach weiteren vier Tagen wird das Raumschiff die Erde wieder erreichen und mit einer Geschwindigkeit von etwa 40.000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre eintreten. Der Wiedereintritt gilt neben dem Start als die gefährlichste Phase der gesamten Mission. Wegen der extrem hohen Geschwindigkeit entsteht beim Kontakt mit den Molekülen der irdischen Lufthülle nämlich eine große Reibungswärme, welche das Metallgehäuse der Raumkapsel Temperaturen von mehr als 2700 Grad aussetzt.
Damit die Kapsel dabei keinen Schaden nimmt, verfügt sie über ein sogenannter Hitzeschild, das die enorme Reibungswärme absorbiert. Allerdings haben sich bei mehreren Flügen während der Apollo- und Space-Shuttle-Programme Teile dieser Schilde gelöst. Wenn der Wiedereintritt gelingt, wird „Orion“ mit den Astronauten an Bord am 10. April vor der amerikanischen Hafenstadt San Diego im Pazifischen Ozean sicher an Fallschirmen landen.





















