Bezirke

Interview zum späten Wintereinbruch: „Wir sind am Brauneck nicht so flexibel“ – Bad Tölz-Wolfratshausen | ABC-Z

Auf dem Brauneck, dem Hausberg von Lenggries, liegen am 31. März nicht weniger als 159 Zentimeter Schnee – und damit so viel wie noch nie in der zu Ende gehenden Wintersaison. Trotzdem ist der Skibetrieb bereits seit vergangenem Sonntag eingestellt. Nur noch die Kabinenbahn fährt bis zum Ostermontag, 6. April, bevor die Revision der Anlagen beginnt. Julia Keck, zuständig für Kommunikation und Marketing bei der Brauneck- und Wallbergbahnen GmbH, spricht über die Planungen für die Saison, die Bedeutung von Naturschnee und das Geschäft mit dem Winter.

Trotz viel Schnee bis in die Tallagen stehen die Lifte am Streidlhang still. Für die Wintersportler geht es zu Fuß bergauf. Manfred Neubauer

SZ: Frau Keck, am Brauneck ist es in der Osterferienwoche so winterlich wie wohl in der gesamten Saison nicht. Und trotzdem gibt es keinen Skibetrieb mehr. Warum ist das so?

Julia Keck: Wir legen den Wintersaisonschluss am Lenggrieser Hausberg immer auf Ende März fest. Wir sind am Brauneck nicht ganz so flexibel. Wir brauchen für die Revision der Anlagen mit TÜV-Terminen immer so drei bis vier Wochen. Dieses Jahr haben wir während der Revision zusätzlich noch einen Pächterwechsel im Panoramarestaurant. Die Sommersaison fängt schon am 1. Mai an. Außerdem ist die Skiwacht (die hauptamtlichen Einsatzkräfte, die für die Sicherheit im Skigebiet unter der Woche verantwortlich sind, Anm. d. Red.) nicht mehr im Gebiet draußen. Die Verträge für die Saisonkräfte laufen aus. Da können wir nicht einfach so verlängern.

Aber am Spitzingsee haben Sie die Skisaison noch bis Karsamstag verlängert. Die Stümpflingbahn und zwei Schlepplifte laufen. Warum geht dort, was am Brauneck nicht möglich ist?

Am Spitzingsee sind wir flexibler. Da beginnt die Sommersaison erst Ende Mai, weil erst dann die Strecke für die Mountaincarts (eine Art Gokart für die Berge, d. Red.) völlig schneefrei ist. Generell hat es am Spitzingsee aber auch mehr Schnee als am Brauneck. Den Skibetrieb spontan zu verlängern, haben wir heuer erstmals am Spitzingsee entschieden. Wir schauen einmal, wie das ankommt. Die Nachfrage ist aber schon sehr groß. Es ist ja die erste Osterferienwoche. Ursprünglich hatten wir nur an Skibetrieb für die Vormittage gedacht. Jetzt öffnen wir ganztags.

Nutzen trotzdem noch Wintersportler die Kabinenbahn am Brauneck?

Viele Snowboarder sind noch da, die gut im Tiefschnee fahren können. Die machen dann die Talabfahrt vom Garland aus. Die Pisten sind aber nicht mehr präpariert, und es ist kein offizieller Skibetrieb mehr. Auch Zipfelbobfahrer kommen. Es zieht schon noch viele Leute in den Schnee.

„Der Schneefall im November hat uns sehr geholfen“

In der Saison 2025/2026 fiel sehr viel Schnee im November und Ende März außerhalb der Kernzeiten. Ist das für das Geschäft nicht problematisch?

Der Schneefall im November hat uns sehr geholfen. Es war auch kalt genug, um beschneien zu können. Dadurch konnten wir den Skibetrieb schon am 6. Dezember starten. Generell bereiten wir uns ja darauf vor, im Dezember mit dem Skibetrieb zu starten. Wenn die Temperaturen niedrig genug sind, beschneien wir und lassen die Lifte dann so lange laufen, wie der Schnee hält.

In der Osterwoche 2026 herrscht oben am Brauneck tiefster Winter.
In der Osterwoche 2026 herrscht oben am Brauneck tiefster Winter. Julia Keck/Brauneck Bergbahn

Sie beschneien vor Saisonbeginn immer. Wie wichtig ist denn der Naturschnee noch für das Geschäft?

Als Grundlage für die Beschneiung ist der natürliche Schnee sehr wichtig. Ohne den geht es nicht. Richtig ist aber auch, dass wir ohne Beschneiung keinen durchgehenden Skibetrieb über die Saison haben können.

Trotz Schneefällen haben Sie im März auf der Brauneck-Homepage darüber informiert, dass bereits geschlossene Skilifte nicht wieder öffnen. Warum geht das nicht?

Gerade die sonnigen Pisten um die Schrödelsteinbahn sind bei den warmen Temperaturen, die es schon gab, bis auf den Grund ausgeapert. Es sieht dann zwar sehr schön aus, wenn darauf wieder 20 Zentimeter frischer Neuschnee liegen. Da fragen sich natürlich viele, warum wir nicht wieder präparieren können. Aber für die mehrere Tonnen schweren Pistenraupen, die sich tief in den Schnee eingraben, ist das trotzdem zu wenig Unterlage, wenn vorher schon alles weggetaut ist.

Wie war denn die nun auslaufende Saison insgesamt? Sind Sie mit dem Geschäft zufrieden?

Es war eine gute Saison. Wir hatten am Brauneck 112 Betriebstage (in der Regel gilt ein Minimum von  100 Betriebstagen als finanziell profitabel, Anm. d. Red.). Wir konnten am 6. Dezember mit nahezu Vollbetrieb starten. In der Vorsaison öffneten erste Lifte am 14. Dezember. Auch die war schon eine sehr gute Saison. Heuer waren vor allem im Januar und Februar viele Gäste da. Die Faschingsferienwoche war früh, und es lag Schnee bis ins Tal. Das hat viele angezogen.

Auch wenn der Sessellift am Garland steht, haben die Zipfelbobfahrer trotzdem ihren Spaß.
Auch wenn der Sessellift am Garland steht, haben die Zipfelbobfahrer trotzdem ihren Spaß. Julia Keck/Brauneck Bergbahn

Ist es problematisch, wenn kein Schnee im Tal liegt?

Zu Weihnachten nicht. Da freuen sich alle auf den Schnee und wollen mit Skiern auf den Berg, wenn das möglich ist. Wenn es im Tal später in der Saison frühlingshafter wird, wird es schwieriger. Dann kommen auch weniger Gäste. Es ist schwer zu vermitteln, dass die Schneelage weiter oben noch gut ist, wenn die Gäste in München schon vor den Straßencafés in der warmen Sonne sitzen und es zu blühen beginnt.

Back to top button