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“Bündnis ist ein Papiertiger”: Trump zieht Nato-Austritt der USA “ernsthaft in Erwägung” | ABC-Z

“Bündnis ist ein Papiertiger”Trump zieht Nato-Austritt der USA “ernsthaft in Erwägung”

01.04.2026, 12:15 Uhr

Trump kritisiert vor allem Großbritannien und Premierminister Keir Starmer. (Foto: picture alliance / Captital Pictures)

Die USA zeigen sich seit dem Angriff auf den Iran immer wieder enttäuscht von ihren Verbündeten. US-Präsident Trump und sein Außenminister Rubio werfen der Nato und Europa mangelnde Unterstützung vor. Nun drohen sie erneut den Austritt der USA aus dem Bündnis an. 

US-Präsident Donald Trump zieht einen Austritt der USA aus der Nato nach eigenen Worten ernsthaft in Erwägung. Das Bündnis sei ein “Papiertiger”. Das habe er schon immer gewusst, “und Putin weiß das übrigens auch”, sagte Trump der britischen Zeitung “Daily Telegraph”. Es stehe kaum noch zur Debatte, dass die Mitgliedschaft der USA nach dem Ende des Iran-Krieges überdacht werden müsse. Dies ist das bisher deutlichste Zeichen dafür, dass das Weiße Haus Europa nicht länger als verlässlichen Verteidigungspartner betrachtet.

Zuvor hatte Verteidigungsminister Marco Rubio erklärt, die USA werden ihre Beziehung zur Nato überprüfen müssen. Dies sei angesichts der Weigerung einiger europäischer Verbündeter erforderlich, amerikanischen Streitkräften während des Iran-Krieges die Nutzung ihrer Militärstützpunkte zu gestatten, sagte er Fox News. Teheran hat die Straße seit Wochen faktisch blockiert, was zu einem drastischen Preisverfall bei Öl und Gas auf dem Weltmarkt und der drohenden globalen Rezession geführt hat.

“Wir bitten sie nicht, Luftangriffe durchzuführen. Wenn wir sie brauchen, damit sie uns die Nutzung ihrer Militärstützpunkte erlauben, lautet ihre Antwort nein. Warum sind wir dann in der Nato? Diese Frage muss man stellen”, sagte Rubio. “Leider werden wir diese Beziehung nach Beendigung dieses Konflikts neu bewerten müssen.”

Der “Telegraph” schrieb, Trump habe im Gespräch gesagt, er sei “froh”, dass Rubio diese Aussagen gemacht habe. Die US-Regierung kritisiert seit Wochen die aus ihrer Sicht mangelnde Unterstützung der Nato-Partner im Iran-Krieg. Es geht unter anderem um die Nutzung von Stützpunkten und die Hilfe in der Krise um die für die Weltwirtschaft bedeutende Straße von Hormus. Ein wichtiger Grundpfeiler des Verteidigungsbündnisses ist die gegenseitige Beistandspflicht der Verbündeten im Angriffsfall nach Artikel 5. Der von den USA und Israel begonnene Iran-Krieg ist davon nicht abgedeckt.

Trump zieht über britische Marine her

Trump kritisierte insbesondere Großbritannien und Premierminister Keir Starmer für dessen Weigerung, sich am amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran zu beteiligen. Er deutete an, die Royal Navy sei dieser Aufgabe nicht gewachsen. “Sie haben ja gar keine Marine mehr. Sie sind zu alt und hatten Flugzeugträger, die nicht funktionierten”, sagte er mit Blick auf den Zustand der britischen Kriegsflotte. Auf die Frage, ob der Premierminister mehr für Verteidigung ausgeben solle, fügte Trump hinzu: “Ich werde ihm nicht vorschreiben, was er zu tun hat. Er kann machen, was er will. Das ist doch egal. Starmer will doch nur teure Windräder, die die Energiepreise in die Höhe treiben.”

Seit Beginn des Konflikts hat Spanien US-Militärflugzeugen, die an dem Krieg beteiligt sind, die Nutzung seines Luftraums verweigert. Italien hat in den vergangenen Tagen US-Bombern auf dem Weg in den Nahen Osten die Landeerlaubnis auf einem seiner Stützpunkte verwehrt.

Indes hat die britische Regierung ein internationales Treffen zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus angekündigt. Großbritannien habe 35 Länder hinter seiner Initiative “zur maritimen Sicherheit” in der Golfregion vereint, sagte der britische Regierungschef Keir Starmer in London. Außenministerin Yvette Cooper werde im Laufe dieser Woche erstmals Vertreter dieser Länder zu Beratungen empfangen.

Das Treffen diene dazu, alle “diplomatischen und politischen Maßnahmen zu prüfen, die wir ergreifen können, um die Freiheit der Schifffahrt wiederherzustellen”, sagte Starmer.

Quelle: ntv.de, gut/rts/DJ/dpa

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