“4000 Jahre Niederlagen”: Scheitern? Können wir voll gut | ABC-Z

Österreich hat Übung im Verlieren. Ein neues Buch erzählt, warum das kein Zufall ist – und sich auch Niederlagen gut anfühlen.
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Die Schönheit des Scheiterns ist tief in die österreichische Kultur eingebrannt. Man verliert hier vielleicht nicht lieber als anderswo, aber man hat sich so sehr daran gewöhnt, dass aus der schönen Niederlage eine eigene Kunstform geworden ist. Selbst eines der wichtigsten Bücher der österreichischen Literatur ist ein Manifest des Scheiterns: Robert Musils Mann ohne Eigenschaften. Da wird aus der stolzen kaiserlichen und königlichen Monarchie das tragische Kakanien, das seinem Untergang entgegentaumelt. Da ist der Ulrich, ein junger Intellektueller, der sich dem Erfolg verweigert und jedes Mal aufgibt, bevor etwas aus ihm werden könnte. Und da ist Musil selbst, der das Werk bis zu seinem Lebensende nicht fertigkriegt. Ein unvollständiges Ding also – und trotzdem einer der wirkmächtigsten Romane des 20. Jahrhunderts.





















