Polen deckelt Spritpreise ab 1,44 Euro | ABC-Z

Warschau – Die polnische Regierung führt Preisobergrenzen für Sprit ein. Seit Dienstag gelten im ganzen Land feste Limits für Benzin und Diesel. Der Grund: die steigenden Spritpreise infolge des Iran-Konflikts. Ministerpräsident Donald Tusk will so die Bürger entlasten – und das drastisch.
Normalbenzin darf höchstens 6,16 Zloty kosten, umgerechnet etwa 1,44 Euro pro Liter. Für Super-Benzin gilt eine Obergrenze von 6,76 Zloty (rund 1,58 Euro), Diesel ist bei 7,60 Zloty (circa 1,77 Euro) gedeckelt. Diese Limits für Dienstag verkündete das Energieministerium.
Steuern runter, Preise runter
Doch damit nicht genug. Die Regierung in Warschau senkte auch kräftig die Steuern. Die Mehrwertsteuer auf Kraftstoff sank von 23 Prozent auf nur noch 8 Prozent. Zusätzlich drückte sie die Energiesteuer auf das von der EU erlaubte Minimum – etwa sieben Cent pro Liter.
Bis Ende Juni kontrolliert nun der Energieminister persönlich die Spritpreise. Täglich legt er die Maximalpreise für den Einzelhandel fest, basierend auf den durchschnittlichen Großhandelspreisen und den Betriebskosten der Anbieter. Wer sich nicht daran hält, dem drohen Strafen von bis zu 230.000 Euro.
Regierung will Tanktourismus im Blick behalten
In Polen ist Treibstoff grundsätzlich sehr viel billiger als in Deutschland. Dies hatte kurz nach Beginn des Kriegs im Nahen Osten für erheblichen Tanktourismus in den Grenzregionen gesorgt.
Tusk betonte bereits am Donnerstag, derzeit seien keine Beschränkungen beim Kraftstoffverkauf geplant. Allerdings werde die Regierung den Markt im Hinblick auf ein mögliches Auftreten von Tanktourismus beobachten. Sollte dieser zunehmen, sei die Einführung zusätzlicher Gegenmaßnahmen möglich, kündigte der Ministerpräsident an.





















