Politik

Gruppe im Exil tätig: Zwei Oppositionelle im Iran hingerichtet | ABC-Z

Gruppe im Exil aktivZwei Oppositionelle im Iran hingerichtet

Mohammad Taghavi, einer der Hingerichteten, auf einem Bild aus dem Jahr 2023 – zur Verfügung gestellt von den Volksmudschaheddin, deren Logo zu sehen ist. (Foto: picture alliance / SIPA)

Die iranische Justiz wirft zwei Männern vor, den Sturz der Islamischen Republik angestrebt zu haben, und lässt sie hinrichten. Die NGO Iran Human Rights kritisiert das Verfahren und erklärt, die Männer seien vor ihrem Tod körperlicher und psychischer Folter ausgesetzt gewesen.

Im Iran sind zwei Mitglieder der verbotenen Oppositionsgruppe Volksmudschaheddin hingerichtet worden. Die beiden Männer waren wegen Beteiligung an “terroristischen Handlungen” verurteilt worden, wie es auf der offiziellen iranischen Justiz-Website “Misan Online” hieß. Sie sollen demnach den Sturz der Islamischen Republik angestrebt haben. Sie seien exekutiert worden, nachdem der Oberste Gerichtshof ihre Verurteilung gebilligt habe.

Die zwei Männer im Alter von 59 und 60 Jahren wurden im berüchtigten Gefängnis Gehsel Hessar vor den Toren der Hauptstadt Teheran hingerichtet. Die Gruppe der Volksmudschaheddin ist im Ausland ansässig und versucht, über Netzwerke und im Untergrund im Iran Einfluss auszuüben. Die Gruppe wird von Teheran als Terrororganisation eingestuft. Derzeit liegt das Hauptquartier der Volksmudschaheddin in Albanien. Davor lag es einmal im Irak und Frankreich.

IHR kritisiert Verfahren

Ihr politischer Arm, der Nationale Widerstandsrat, bestätigte in einer Erklärung, dass die beiden Männer Mitglied der Volksmudschaheddin gewesen seien. Die Ratsvorsitzende Maryam Rajavi erklärte, das “verzweifelte Regime” in Teheran versuche aus Angst vor einem Volksaufstand “vergeblich”, mit Hinrichtungen für Angst in der Gesellschaft zu sorgen. Menschenrechtsorganisationen haben diese Sorge seit Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran Ende Februar wiederholt geäußert.

Die in Norwegen ansässige Nichtregierungsorganisation Iran Human Rights (IHR) erklärte, die beiden “politischen Gefangenen” seien “körperlicher und psychischer Folter” ausgesetzt gewesen. Sie seien in einem Verfahren zum Tode verurteilt worden, “das nicht einmal Mindeststandards für faire Gerichtsverfahren erfüllte”. Vier weiteren Angeklagten im Gefängnis Gehsel Hessar drohe ebenfalls die Hinrichtung.

Der Iran ist nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen nach China der Staat mit den meisten Hinrichtungen weltweit. Im vergangenen Jahr wurden laut IHR mindestens 1500 Menschen gehängt.

Die Volksmudschaheddin sind eine iranische Oppositionsgruppe im Exil, die seit Jahrzehnten gegen das klerikale Regime im Iran kämpft. Gegründet wurden sie in den 1960er Jahren, damals noch in Opposition zum Schah. Eine Verbindung von marxistischem und islamischem Gedankengut stand dabei im Vordergrund. Auch das Mullah-Regime lehnen sie ab. Die Volksmudschaheddin stehen selbst – und auch international – unter der Kritik, autoritär geführt und sektenähnlich organisiert zu sein.

Quelle: ntv.de, mpe/AFP

Back to top button