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Vor DFB-Test: Wie gut ist Ghana noch? | ABC-Z

Stand: 29.03.2026 • 23:47 Uhr

Am Montag trifft Deutschland in Stuttgart auf Ghana – und viele Bekannte aus der Bundesliga. Einst gefürchteter Favoriten-Schreck, stecken die “Black Stars” aktuell in der Krise.

Zwölf Jahre ist es her, dass Deutschland zum bis dato letzten Mal auf Ghana getroffen ist – insgesamt war das nur drei Mal der Fall. 2014 gab es das Duell in der Vorrunde der Weltmeisterschaft in Brasilien. So schön die Erinnerungen in Deutschland an die WM 2014 auch sein mögen, so schwierig gestaltete sich die damalige Partie gegen Ghana. Bis 20 Minuten vor Schluss lag das Team aus Afrika in Führung, mit Müh und Not rettete Miroslav Klose mit seinem Treffer zum 2:2 am Ende ein Unentschieden.

Boateng verletzt Ballack

Besser lief es bei der WM 2010, als Mesut Özil Deutschland gegen Ghana zum Sieg schoss. Schlagzeilen gab es damals aber schon weit vor dem WM-Aufeinandertreffen, als Ghana-Star Kevin-Prince Boateng im FA-Cup-Finale Deutschlands Kapitän Michael Ballack folgenschwer foulte. Zu einem der berühmtesten Fouls der DFB-Geschichte wurde der Vorfall spätestens dadurch, dass Ballack erst die WM verpasste – und danach nie wieder für Deutschland auflief.

Kevin Prince-Boateng (links) bei seinem Foul an Michael Ballack

Fußball-Nation in der Formkrise

Nun folgt also das nächste Duell. Von der Topform vergangener Jahre ist Ghana weit entfernt, im Test gegen Österreich am Freitag hagelte es eine 1:5-Klatsche. Einst standen die Westafrikaner regelmäßig in den Top 20 der Weltrangliste – aktuell reicht es nur für Platz 72. Die Ergebnisse beim Afrika-Cup unterstreichen das. Während die “Black Stars” zwischen 2008 und 2017 nie schlechter abschnitten als Platz 4, waren sie in diesem Jahr erstmals seit 2004 gar nicht erst dabei; davor war zwei Mal bereits in der Vorrunde Schluss.

Auch die Qualität des Kaders hat etwas nachgelassen. Während früher Spieler wie besagter Boateng, Michael Essien, Kwadwo Asamoah oder André Ayew für Ghana spielten, sind heute weniger Stars im Aufgebot zu finden. Große Hoffnungen liegen auf Manchester-City-Angreifer Antoine Semenyo, der mit 15 Toren drittbester Knipser der Premier League ist.

Ghana setzt auf Bundesliga-Power

Doch nicht nur sein Name ist einer, den man kennen könnte: Im Kader standen zunächst zwei Bundesliga-Profis, Derrik Köhn vom 1. FC Union Berlin und Wolfsburg-Neuzugang Jonas Adjetey, die gegen Österreich beide in der Startelf standen – sowie Patric Pfeiffer, der mit dem SV Darmstadt in der 2. Liga um den Aufstieg kämpft.

Schließlich kam nachträglich noch ein dritter Bundesligaprofi hinzu: Ransford-Yeboah Königsdörffer vom HSV bekommt im besonderen Spiel gegen Deutschland wider Erwarten auch eine Chance. Der Mittelstürmer wurde nach verletzungsbedingten Absagen für die WM-Tests nachnominiert und gegen Österreich eingewechselt. Sein Platz im Team ist allerdings alles andere als sicher, er wird sich gegen Deutschland beweisen müssen.

Ransford-Yeboah Königsdörffer vom Hamburger SV

Deutscher auf der Trainerbank

Es war zuletzt schwierig für ihn, weil wir in den WM-Qualifikationsspielen sehr gut gespielt haben, die anderen Spieler haben es gut gemacht, auch in ihren Vereinen. Die Konkurrenzsituation bei uns, gerade im Sturm, wo ich Ransi auch im Verein sehe, ist natürlich enorm“, erklärt Trainer Otto Addo die Situation. Nun habe Königsdörffer aber die Gelegenheit, sich zu zeigen, der WM-Zug sei “auf keinen Fall abgefahren“.

Otto Addo selbst dürfte vielen Fußballfans in Deutschland noch gut im Gedächtnis sein: Der 50-Jährige wurde nicht nur in Hamburg geboren, sondern spielte auch lange in der Bundesliga, wurde deutscher Meister mit dem BVB, Pokalsieger und kickte in der Champions League. Der Deutsch-Ghanaer schwärmt von Union-Spieler Köhn, der ebenfalls beide Pässe hat: “Wir sind froh, dass er sich für Ghana entschieden hat. Er hat an den beiden Testspielen im November teilgenommen und einen guten Eindruck hinterlassen. Er hat sehr gute Chancen, bei der WM dabei zu sein.

Derrik Köhn vom 1. FC Union Berlin

Respekt vor Nagelsmanns Team

Die Vorfreude auf das Testspiel am Montag ist groß: “Deutschland ist immer oben mit dabei, hat sehr, sehr gute Spieler, einen sehr, sehr guten Trainer“, meint Addo. Für die WM traue er Nagelsmanns Team alles zu, Deutschland sei “immer für einen Titel gut“.

Zugleich bleibt der Trainer der “Black Stars” optimistisch, was das Testspiel angeht: Seine Mannschaft könne “an guten Tagen mit den Top-Nationen mithalten.” Das Spiel gegen Deutschland ist ein wichtiger Härtetest für Ghana vor der WM. Dort haben die Afrikaner kein leichtes Los, sie treffen in Gruppe L auf England, Kroatien und Panama.

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