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DB Cargo steigert Ergebnis – harte Einschnitte geplant | ABC-Z

DB Cargo, Güterverkehrs-Sparte der Deutschen Bahn, hat 2025 zwar eine klare Ergebnisverbesserung erzielt, bleibt aber Sorgenkind im Konzern. Das geht aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht der Deutschen Bahn vor.

Demnach verringerte sich im abgelaufenen Jahr 2025 der operative Verlust zwar von 357 Millionen Euro auf nur noch sieben Millionen Euro. Allerdings stammen 180 Millionen davon aus einmaligen Erträgen, beispielsweise dem Verkauf von Lokomotiven und anderen Fahrzeugen, die anschließend meist zurückgemietet wurden, räumte DB-Cargo-Chef Bernhard Osburg im Pressegespräch vor Journalisten ein. Sprich: nur rund 150 Millionen Euro sind auf  tatsächliche operative Fortschritte zurückzuführen. Trotzdem verfehlte DB Cargo die Gewinnzone erneut, wenn auch nur knapp. Gleichzeitig sank die Transportleistung deutlich, unter anderem aufgrund der konsequenten Stilllegung unrentabler Verkehre, vor allem im maritimen und kontinentalen Kombinierten Verkehr KV.  

Immerhin der neue Kurs von Bernhard Osburg, der seit Mitte November neuer Vorstandsvorsitzender von DB Cargo ist, trägt erste Früchte. Besonders im Kombinierten Verkehr (KV) gelang ein markanter Turnaround: Das Segment drehte von minus 100 Millionen Euro im Vorjahr auf plus40 Millionen Euro. Allerdings ging dies auch mit erheblichen Einbußen bei der Transportleistung einher, da DB Cargo seine Portfolios konsequent bereinigt hat.

Konkrete Zahlen zur Entwicklung im Ganzzugverkehr und Einzelwagenverkehr nannte Osburg indes nicht. Nur so viel: Der Ganzzugverkehr blieb stabil und profitabel. Der Einzelwagenverkehr, traditionell defizitär, habe zwar Verluste verringern können, bleibt aber „weit von der Profitabilität entfernt“, so Osburg wörtlich. Aus industrie- und sicherheitspolitischen Gründen halte die Bahn aber am Einzelwagenverkehr fest.

Um die Güterbahn zukunftsfähig zu machen, hat die DB einen mit der EU‑Kommission abgestimmten Sanierungsplan verabschiedet. Er markiert einen der tiefgreifendsten Einschnitte in der Geschichte von DB Cargo. Kernstück ist die europäische Neuausrichtung von Produktion, Disposition und Vertrieb – bereits heute laufen über 65 Prozent der Verkehre grenzüberschreitend. Die Bahn folgt damit der Verlagerung industrieller Wertschöpfung, insbesondere der Autoindustrie, nach Südosteuropa. Auch das europäische Trassenmanagement wird grundlegend neu organisiert.

Besonders einschneidend ist die Neustrukturierung des Einzelwagenverkehrs. DB Cargo will die Produktion auf weniger Standorte konzentrieren, führte Osburg aus, um Taktung, Zuverlässigkeit und Planbarkeit zu steigern. Selbst in optimierter Form werde der Einzelwagenverkehr aber dauerhaft öffentliche Förderung benötigen, betonte der DB Cargo-Chef. Parallel dazu sollen bis 2029/30 von derzeit cirka 25.000 Beschäftigten um etwa 6.200 Stellen abgebaut und die Strukturen grundlegend verschlankt werden.  Dazu spreche er derzeit auch mit der Arbeitnehmervertretung. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass es zu einer Zustimmung kommt“, so Osburg.

Alles in allem zeigte sich der DB-Cargo-Vorstandsvorsitzende dennoch zuversichtlich. Die Maßnahmen sollen bereits 2026 spürbare Effekte bringen. Auch Deutschen-Bahn-Vorstandschefin Evelyn Palla nennt den Sanierungsplan „solide und substanziell“ und erwartet kein Scheitern. Der Güterverkehrssparte DB Cargo droht also weiterhin die Zerschlagung. Hintergrund dafür ist, dass die EU-Kommission ab diesem Jahr keine Quersubventionierung durch den DB-Konzern mehr erlaubt. Sprich: DB Cargo muss sich in diesem Jahr wirtschaftlich selbst tragen und Gewinne erwirtschaften. Der Druck bleibt also hoch.

 

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