Skifliegen: Geiger fliegt bei Horngacher-Abschied in die Top 10 | ABC-Z

Mit dem letzten Skifliegen beim Weltcupfinale in Planica ist die Ära von Stefan Horngacher als deutscher Bundestrainer zu Ende gegangen. Im “Tal der Schanzen” sorgte Karl Geiger mit einem Platz in den Top 10 für einen runden Abschluss.
Nach dem emotionalen Karriereende von Katharina Schmid haben auch die deutschen Skispringer am Sonntag in Planica Abschied von Bundestrainer Horngacher genommen. Im letzten Wettkampf unter dem 56-jährigen blieb das erhoffte Podest zwar erneut aus, Karl Geiger konnte als Achter aber durchaus überzeugen. Andreas Wellinger fiel nach einem schwächeren zweiten Flug auf Platz elf zurück.
Prevc holt Skiflug-Weltcup, Lindvik den Tagessieg
Domen Prevc, der beim Training am Freitag nur knapp einen heftigen Sturz verhindern konnte, krönte vor heimischem Publikum seine außerordentliche Saison und sicherte sich auch die kleine Kristallkugel für den Sieg im Skiflug-Weltcup. In Planica musste er sich allerdings dem Norweger Marius Lindvik geschlagen geben, der mit Flügen auf 238,5 und 231 Metern gewann. Landsmann Johann Andre Forgang wurde Dritter.
Dennoch kann Prevc auf eine Saison der Superlative zurückblicken. Als erster und bisher einziger Skispringer seit Matti Nykänen gewann er in einer Saison Olympia-Gold, die Vierschanzentournee, die Skiflug-WM und den Gesamtweltcup – die kleine Kristallkugel im Skifliegen ist nun die Kirsche auf der Torte.
Fünf Mal die 20: Wellinger schafft seltenes Kunststück
Auch Wellinger hatte in Planica in den vergangenen Tagen durchaus gute Leistungen gezeigt, an die er zunächst auch nahtlos anknüpfen konnte. Mehr noch: für seine 238,5 Meter im ersten Durchgang bekam er fünf Mal die Höchstnote 20 – das hat absoluten Seltenheitswert im Skispringen. Kurioserweise sollte dieses Kunststück auch noch Lindvik und Daniel Tschofenig im Laufe des Wettkampfs gelingen.
Daneben machte auch Geiger (233 Meter) Lust auf mehr und lag als Neunter vor dem zweiten Durchgang noch vor seinem Teamkollegen. Allerdings zeigte sich auch die Konkurrenz zum Abschluss in Fluglaune, allen voran der Norweger Lindvik, der das Klassement bereits nach dem ersten Durchgang vor Forfang und Prevc angeführt hatte.
Geiger überzeugt auch im zweiten Durchgang
Doch auch für das deutsche Duo war das Podest angesichts von knapp zwölf Punkten Rückstand noch in Reichweite. Für Wellinger rückte das Ziel nach 217 Metern dann aber schnell in weite Ferne, entsprechend enttäuscht zeigte er sich im Anschluss. Geiger lieferte noch einmal 227,5 Meter, für einen Angriff auf die Top 3 sollte das aber ebenfalls nicht reichen.
Pius Paschke (219 und 219,5 Meter) und Olympiasieger Philipp Raimund (196 und 198 Meter) lagen bereits nach dem ersten Durchgang jenseits der Top 20. Paschke konnte sich noch steigern und beendete den Wettkampf auf Platz 19, Raimund wurde 28. Felix Hoffmann kam auf der riesigen Schanze gar nicht zurecht und verpasste mit 177,5 Metern als einziger der 31 angetretenen Springer den zweiten Durchgang.
Horngacher hört nach sieben Jahren auf
Unter Horngacher war Hoffmann in dieser Saison regelrecht aufgeblüht und hatte vor allem zu Beginn des Winters starke Ergebnisse erzielt. Daneben formte der 56-jährige Österreicher Philipp Raimund zum Olympiasieger, der auf der Normalschanze in Predazzo für das Highlight der deutschen Skispringer in dieser Saison sorgte.
Seit 2019 war Horngacher als Bundestrainer im Amt. Wer sein Nachfolger wird, ist noch unklar. Der Deutsche Skiverband wollte eigentlich schon im März Klarheit haben, doch daraus wird wohl nichts. “Wir stehen direkt vor der Zielgeraden, aber wir sind noch nicht drüber. Es gibt noch Dinge, die besprochen werden müssen“, sagte Sportdirektor Horst Hüttel in Planica.
Auch Stoch und Fettner verabschieden sich
Neben Horngacher verabschiedeten sich in Kamil Stoch und Manuel Fettner auch zwei prominente Springer von der großen Bühne. Der Pole Stoch holte dreimal Olympia-Gold und hatte das Skispringen lange dominiert: zwei Mal gewann er den Gesamtweltcup, drei Mal sogar die Vierschanzentournee. Weil Hoffmann im ersten Durchgang ausschied, durfte Stoch noch einen zweiten Sprung zum Abschluss in Planica genießen.
Auch der Österreicher Fettner beendete nach sage und schreibe 25 Jahren im Weltcup seine Laufbahn. Der 40-Jährige wurde zwei Mal Zehnter im Gesamtweltcup und stand dort sechs Mal auf dem Podest. Bei den olympischen Spielen in Peking sicherte er sich mit dem Team die Goldmedaille und sprang im Einzel zu Silber.





















