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Jobsuche wird härter: Diese Fehler im Bewerbungsgespräch können sofort zum Aus führen | ABC-Z

Jobsuche wird härterDiese Fehler im Bewerbungsgespräch können sofort zum Aus führen

29.03.2026, 06:04 Uhr Von Raimund Brichta

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Sie wollen einen neuen Job? Dann machen Sie diese Fehler besser nicht. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Der Wind auf dem Arbeitsmarkt hat sich gedreht. Unternehmen prüfen Bewerber wieder genauer – und achten stärker auf Details. Ein falscher Satz oder die falsche Frage können schnell das Aus bedeuten.

Die Zeiten, in denen Bewerber die Bedingungen diktierten, sind vorerst vorbei. Schwächere Konjunktur, Restrukturierungen in vielen Branchen, vorsichtigere Personalplanung und nicht zuletzt die KI verändern den Arbeitsmarkt. Unternehmen schauen wieder genauer hin – besonders bei Führungspositionen.

“Je höher es in der Hierarchie geht, desto weniger hat man eine zweite Chance”, sagt Headhunter Kaan Bludau im Podcast “Brichta & Bell”. Gerade bei Führungspositionen werde “sehr genau geschaut – auch auf die weichen Faktoren”.

Das bedeutet: Nicht nur die fachliche Qualifikation entscheidet. Auftreten, Kommunikation und Motivation spielen eine größere Rolle als noch vor wenigen Jahren.

Der erste Eindruck kann entscheidend sein

Schon der Einstieg ins Gespräch kann laut Bludau ausschlaggebend sein. Dazu zählt auch die Kleidung. Wer sich nicht an der Unternehmenskultur orientiert, riskiert einen schlechten Start.

“Wenn jemand in einem konservativen Umfeld mit Sneakers und Jeans auftaucht, kann das bereits ein Ausschlusskriterium sein”, sagt Bludau. Besonders bei Führungspositionen sei die Erwartung an professionelles Auftreten hoch. Neben der Kleidung zählen vor allem:

  • Selbstbewusstes Auftreten

  • Klare Ausdrucksweise

  • Charisma und Präsenz

  • Authentische Motivation

“Hört man der Person gerne zu? Löst sie etwas aus? Oder wirkt das Gespräch monoton?”, beschreibt Bludau die Kriterien, die Entscheider häufig im Hinterkopf haben.

Diese Aussagen werden schnell zur Red Flag

Besonders kritisch sehen Personalentscheider negative Aussagen über frühere Arbeitgeber. Das könne schnell Zweifel an Loyalität und Diskretion wecken. “Wenn jemand schlecht über seinen bisherigen Arbeitgeber spricht oder Interna preisgibt, ist das eine Red Flag”, sagt Bludau. Wer so über frühere Arbeitgeber rede, werde möglicherweise auch beim nächsten Arbeitgeber vertrauliche Informationen weitergeben.

Auch Fragen nach Homeoffice oder Work-Life-Balance können je nach Position kritisch wirken – vor allem bei Führungsrollen. “Auf Führungspositionen sollte man das Thema Work-Life-Balance eher vermeiden”, sagt Bludau. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten erwarteten viele Unternehmen mehr Einsatz und Flexibilität.

Motivation schlägt perfekten Lebenslauf

Ein besonders wichtiger Punkt: Motivation. Laut Bludau kann sie sogar fehlende Qualifikationen teilweise ausgleichen. “Es nutzt mir nichts, wenn jemand hochqualifiziert ist, aber nur mittelmäßig für die Aufgabe brennt”, sagt er. “Dann nehme ich lieber jemanden, der stark motiviert ist.”

Auch Eigeninitiative kann entscheidend sein. Bludau berichtet von einer Bewerberin, die zunächst abgelehnt wurde, sich aber anschließend nochmals persönlich meldete – und schließlich eingestellt wurde.

Social Media wird zum Entscheidungsfaktor

Auch Social Media spielt eine immer größere Rolle. Unternehmen prüfen Profile und Posts von Bewerbern zunehmend sorgfältig. “Man kann sich über Social Media enorm diffamieren”, sagt Bludau. Besonders politische oder polarisierende Inhalte könnten negativ bewertet werden – vor allem in Deutschland, wo solche Aussagen sensibler wahrgenommen würden als etwa in den USA.

Das vollständige Gespräch mit Headhunter Kaan Bludau finden Sie in der aktuellen Folge von “Brichta & Bell” .

Quelle: ntv.de

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