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Lauenburg: Ein Herzogtum aus Wasser und Wald | ABC-Z

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Geführte Fahrradrouten im Kreis Herzogtum Lauenburg (4 Min)

Stand: 27.03.2026 12:25 Uhr

Dutzende Seen, ein Naturpark und der Elbe-Lübeck-Kanal prägen das Herzogtum Lauenburg. Die Region östlich von Hamburg ist ein beliebtes und lohnenswertes Ausflugsziel.

Im Südosten Schleswig-Holsteins – zwischen Hamburg, der Elbe, Lübeck und der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern – liegt das Herzogtum Lauenburg. Mit etwa 25 Prozent Waldfläche, zahlreichen Seen sowie der Elbe ist der Landkreis ein beliebtes Naherholungs- und Urlaubsgebiet. Herz der Region sind die Lauenburgischen Seen und der gleichnamige Naturpark.

Rund 40 Seen, darunter der Schaalsee und der Ratzeburger See, gehören dazu. Neben Wasser prägen Laub- und Mischwald, Moore, Heideflächen und Grünland die reizvolle und abwechslungsreiche Landschaft, die vielen verschiedenen Tieren und Pflanzen einen idealen Lebensraum bietet. Im Naturpark liegen auch die beiden sehenswerten Städte Mölln und Ratzeburg, verbunden durch die Alte Salzstraße.

Elbe-Lübeck-Kanal bietet Naturerlebnisse

Nur noch wenige Frachtschiffe nutzen den Kanal, dafür umso mehr Ausflügler.

In Süd-Nord-Richtung schlängelt sich der Elbe-Lübeck-Kanal durch das Herzogtum – von Lauenburg an der Elbe bis in die Hansestadt Lübeck, wo er in die Trave mündet. Der 62 Kilometer lange Kanal mit sieben Schleusen wurde im Jahr 1900 eingeweiht. Da er die einstigen Flusstäler von Delvenau und Stecknitz nutzt, wirkt er streckenweise nicht wie eine künstliche Wasserstraße, sondern wie eine Flusslandschaft: gewunden, lieblich und natürlich.

Heute hat der Kanal keine große wirtschaftliche Bedeutung mehr, sondern ist ein attraktives Ausflugsziel für Wassersportler, Spaziergänger und Radfahrer. Direkt am Ufer entlang verläuft der Radweg Alte Salzstraße, der nicht nur sehenswerte Orte wie Lauenburg, Siebeneichen und Mölln verbindet, sondern auch Naturerlebnisse bietet, etwa bei Witzeeze. An ehemaligen Kiesseen östlich des Kanals können Ausflügler mit etwas Glück Vögel wie Haubentaucher, Stockenten, Schell- und Reiherenten beobachten.

Hohes Elbufer: Wandern und Radfahren

Die Elbe bildet die südliche Grenze des Herzogtums. Dort liegt die alte Schifferstadt Lauenburg, die einst Residenzstadt der Herzöge war und der Region ihren Namen gab. Westlich von Lauenburg beginnt das Naturschutzgebiet Hohes Elbufer. Von zahlreichen Wander- und Spazierwegen durchzogen, reicht es bis nach Geesthacht. Die zweite größere Elbstadt des Herzogtums ist bekannt für ihre riesige Staustufe mit Schleuse und Fischtreppe. Die Anlage sorgt für einen stabilen Wasserstand der Elbe oberhalb der Staustufe, unabhängig von den Gezeiten der Nordsee, die sich bis hier auswirken.

Das Hohe Elbufer kann man auch im Rahmen einer 40 Kilometer langen Fahrrad-Rundtour entdecken. Daneben gibt es viele weitere ausgeschilderte Radrundtouren in der Region.

Sachsenwald: Ruhestätte Otto von Bismarcks

Mit rund 70 Quadratkilometern ist der Sachsenwald im Südwesten des Herzogtums das größte geschlossene Waldgebiet Schleswig-Holsteins. Außerdem ist er ein Ort, der mit einem großen Namen der deutschen Geschichte verbunden ist: Otto von Bismarck. Im Sachsenwald befindet sich sein Grab. Der erste deutsche Reichskanzler bekam den Wald 1871 von Kaiser Wilhelm I. geschenkt und kaufte mehrere Anwesen in dem kleinen Ort Friedrichsruh, wo er auch seine letzten Lebensjahre verbrachte. Seine Nachkommen leben dort noch heute. Bismarcks Leichnam ruht in einem Mausoleum, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Ein Museum dokumentiert das Leben und Schaffen des Politikers.

Ebenfalls im Sachsenwald lädt der Garten der Schmetterlinge zu einem Ausflug in die Tropen unter Glas ein.

Das Bismarck-Museum in Friedrichsruh

Ein Museum, eine Dauerausstellung und ein Mausoleum erinnern iin dem kleinen Ort an den “Eisernen Kanzler”.

Das Herzogtum vom 14. Jahrhundert bis heute

Bismarck ist nur ein Teil der langen und bemerkenswerten Geschichte des Herzogtums Lauenburg, denn es besteht seit dem 14. Jahrhundert fast unverändert. 1865 gelangte das Herzogtum unter preußische Herrschaft, 1876 erfolgte die Umwandlung in einen Landkreis und die Eingliederung in die preußische Provinz Schleswig-Holstein. Durch das Groß-Hamburg-Gesetz kamen 1937 die Stadt Geesthacht sowie 13 kleinere Gemeinden hinzu. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Herzogtum ein Kreis des Landes Schleswig-Holstein und trägt seitdem den offiziellen Namen Kreis Herzogtum Lauenburg.

Naturpark Lauenburgische Seen

Die Winter an den Lauenburgischen Seen sind mild und stimmungsvoll.

Vor den Toren Hamburgs, eingebettet in sanfte Hügel, liegt eine verborgene Seenlandschaft. Sie ibeheimatet viele bedrohte Arten.

Regenbogen vor See

Mehr als 40 Seen, Feuchtwiesen und Moore prägen die Landschaft – ein attraktives Ausflugsziel für Radler und Wanderer.

Blick vom Wasser aus auf Lauenburg an der Elbe

Schöne Fachwerkhäuser und das Elbpanorama prägen die Altstadt. Lohnend ist eine Fahrt mit dem historischen Raddampfer.

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