Christian Ulmen lässt Deepfake-Vorwürfe verneinen: Fernandes reagiert | ABC-Z

Franz Ungermann, Sven Kuschel, Katharina Render, Iris Rosendahl
Berlin – Eine Woche nach den schweren Anschuldigungen gegen Christian Ulmen (50) von Collien Ulmen-Fernandes (44) meldet sich jetzt die Gegenseite erstmals konkret zu Wort. Nach der Berichterstattung der vergangenen Tage haben Ulmens Anwälte eine presserechtliche Erklärung veröffentlicht und gehen dabei juristisch gegen die ursprüngliche Darstellung von Fernandes vor.
In dem Schreiben der Kanzlei Schertz Bergmann wird vor allem eines deutlich: Ulmens Seite widerspricht zentralen Punkten und fordert eine differenziertere Darstellung der Ereignisse. Mehrere Vorwürfe werden klar zurückgewiesen. B.Z. hatte seinem Anwalt Christian Schertz zuvor mehrfach konkrete Fragen zum Fall gestellt. Am Freitagabend äußerte sich der Berliner Medienanwalt nun zu einem Teil der Vorwürfe gegen seinen Mandanten. Einige wichtige Fragen ließ er weiterhin unbeantwortet. Im Schreiben heißt es:
„Unser Mandant hat zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Frau Fernandes oder anderen Personen hergestellt und/oder verbreitet. Entsprechende Darstellungen sind falsch. Nach derzeitiger Kenntnis wird dieser Vorwurf, anders als teilweise verlautbart, auch überhaupt nicht erhoben. Mit der aktuell geführten Debatte über Strafbarkeitslücken bei Deepfake-Pornografie stehen die Geschehnisse mithin in keinem Zusammenhang.“
Im selben Schreiben erwidert der Anwalt Vorwürfe körperlicher Gewalt auf Mallorca. In der Anwaltspost heißt es: „Der SPIEGEL berichtet über einen Streit unseres Mandanten mit Frau Fernandes und darüber, dass unser Mandant in diesem Zusammenhang von den spanischen Behörden auf Mallorca vorübergehend festgenommen worden sei. Es kam zu keinerlei einseitigen Gewalthandlungen und/oder Bedrohungen unseres Mandanten. Hierzu ist – was sich im SPIEGEL-Artikel nicht wiederfindet – festzustellen, dass auch Frau Fernandes im Zuge desselben Geschehens durch die spanische Polizei nachweislich wegen körperlicher Gewalt an unserem Mandanten, der eine Verletzung am Hals aufwies, vorübergehend festgenommen worden war. Die Polizei, dies ist eindeutig belegt, ging insofern von beidseitigen Verfehlungen aus. Eine einseitige Schuldzuweisung gegenüber unserem Mandanten gab es nicht.“
Collien Fernandes kontert prompt
Collien Fernandes reagierte umgehend auf Instagram. Dort postete sie einen Auszug des Anwaltsschreibens und kommentierte dies direkt: „Oh mein Gott! Ich glaube es nicht! Er hatte einen kleinen Kratzer am Hals (weil mir ein Nagel eingerissen war) und hat selbst der Polizei gegenüber geäußert, dass ich ihm keinerlei Gewalt angetan habe. Und nun wird von einer Verletzung am Hals geschrieben, während ich am ganzen Körper blaue Flecken hatte, dies ist nachweislich dokumentiert. Wahnsinn!!“
Weiter schreibt sie in den Kommentaren: „Es gibt Bilder meiner blauer Flecken. Ich wurde vor einer Ärztin der Justiz ausgezogen. Ich bin so unfassbar fassungslos! Ich weiß gerade gar nicht, was ich sagen soll. Für so armselig hätte ich den Täter nicht gehalten.“
In BILD äußert Collien sich auch zu den Behauptungen ihres Ex-Mannes keine Deepfakes erstellt und verbreitet zu haben: Fernandes zu BILD: „Wenn er als ‚Collien Ulmen-Fernandes’ ein Foto eines nackten Schritts verschickt oder nackte Brüste, dann ist es doch völlig egal, ob diese von einer KI generiert wurden oder von einer anderen Frau, einer Pornodarstellerin stammen. Er hat das unter meinem Namen getan und dabei mein Bildnis verwendet.“ Bei Instagram ergänzt sie zu dem Aspekt: „Wenn du aber Mails verschickst mit ‚Hallo Herr Produzent XY, mein Name ist Collien Ulmen Fernandes und hier sind meine nackten Brüste‘, dann macht das im Ergebnis keinen Unterschied, ob diese von einer Pornodarstellerin sind oder KI-generiert wurden.“ Ihr Fazit: „Das ist eine Nebelkerze! So armselig!“
Fernandes kritisiert darin auch, dass zu viele Sachen vermischt würden. Ihrer Meinung nach sei die Hauptfrage in diesem Fall: „Herr Ulmen, haben Sie im Namen Ihrer Frau in den letzten zehn Jahren zahlreiche Fake-Profile erstellt und darüber pornographisches Material verbreitet?“ Das sei die relevante Frage.
Eine Frage, die wie einige weitere in diesem Fall bislang unbeantwortet bleibt.





















