München: Schwefel-Bahn München verabschiedet ihren Chef Büttner, Glaub übernimmt – München | ABC-Z

Als der damals neue Münchner S-Bahn-Chef Heiko Büttner vor neun Jahren einen symbolischen Staffelstab überreicht bekam, standen die S-Bahnen erst einmal still. Nicht aus Ehrfurcht vor einem neuen Macher an der Spitze, sondern schlicht wegen eines kaputten Zugs. Zur Feier wäre er damals fast zu spät gekommen, sagt er. An diesem Freitag hat Büttner, 57, nun bei einem Festakt in der S-Bahn-Zentrale am Ostbahnhof den Staffelstab an seinen Nachfolger Matthias Glaub, 51, übergeben.
Büttner wechselt zum 1. April nach Berlin, als neuer Chef der größten S-Bahn Deutschlands. Dort wird er einiges zu tun haben, unter anderem braucht die Berliner Zugflotte eine Erneuerung. Zudem muss er mit dem Land Berlin einen Verkehrsvertrag aushandeln, wie er es in München mit dem Freistaat erfolgreich erledigt hat. Doch das ist nicht das Einzige, das Büttner in der bayerischen Landeshauptstadt auf den Weg gebracht hat. In seine Amtszeit fallen auch die Modernisierung der bestehenden Zugflotte und diverse Maßnahmen, um die S-Bahn pünktlicher zu machen. Dazu zählen etwa flexible Abfahrtszeiten an bestimmten Bahnhöfen sowie Bahnpersonal und Sanitäter an einzelnen Stationen, um Störungen kurz zu halten.
Die durchschnittliche Pünktlichkeitsquote der gesamten Münchner S-Bahn im Jahr 2025 will die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) demnächst bekannt geben, sie wird voraussichtlich um die 90 Prozent liegen. Das wäre wieder ein schlechter Wert, aber immerhin ein etwas besserer als im Jahr 2024, in dem die Quote auf einen historischen Tiefstand von 87 Prozent sank.
Büttners Nachfolger Matthias Glaub weiß, was auf ihn zukommt. Er hat zwei Jahre lang die Stuttgarter S-Bahn geleitet, zuvor war er sieben Jahre als Personalchef der S-Bahn in München tätig. Glaub ist promovierter Psychologe. Und als solcher verstehe er es gut, mit Menschen umzugehen, sagt er. Offiziell tritt er seinen neuen Job zum 1. Mai an. Welche konkreten Maßnahmen er dann als Erstes ergreifen will, lässt Glaub offen. Fest steht, dass er viel mit der Bahn-Tochter DB Infrago, die für die Infrastruktur zuständig ist, zu tun haben wird. Denn die vielen Baustellen und Abschnitte im Netz, in denen die Züge langsam fahren müssen, wirken sich negativ auf die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der S-Bahn aus. Das kennt Glaub aber auch aus seiner Zeit in Stuttgart.
Früher wohnte Glaub in Laim und pendelte von dort mit der S-Bahn zum Ostbahnhof. Und bei diesen Fahrten habe er „alles erlebt, was man so erleben kann“, sagt er. Bei seiner künftigen Arbeit werde das Thema Digitalisierung eine stärkere Rolle spielen. „Neue Züge, neue Werke, neue Stammstrecke. All das wird den Nahverkehr hier für Jahrzehnte prägen“, sagt Glaub. „Für mich ist es ein großer Ansporn, die S-Bahn in diese Zukunft führen zu dürfen.“
Dass es während der Übergabe des Staffelstabs gerade keine Störungen im S-Bahn-Netz gab, könne man vielleicht als gutes Omen für Glaub werten, sagt der scheidende S-Bahn-Chef Büttner. Er erinnert an den Unfall in Schäftlarn, bei dem am 14. Februar 2022 zwei S-Bahnen frontal aufeinanderprallten. Damals kam ein Mensch ums Leben, mehr als 50 wurden teils schwer verletzt. „Das ist bis heute mein schwärzester Tag“, sagt Büttner.





















