Hohe Spritpreise: Mit einfachen Maßnahmen den Verbrauch senken | ABC-Z

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Spritsparend fahren: Tipps vom ADAC-Fahrtrainer (3 Min)
Stand: 23.03.2026 12:37 Uhr
Die stark gestiegenen Benzin- und Dieselpreise machen das Autofahren derzeit extrem teuer. Mit einfachen Maßnahmen und einer vorausschauenden Fahrweise lassen sich Sprit und Geld sparen.
Vor allem der konsequente Verzicht auf hohe Drehzahlen und das Abstellen des Motors bei Staus und Stopps können den Spritverbrauch deutlich senken – laut ADAC um bis zu 20 Prozent. Das spart nicht nur Geld, sondern hilft auch der Umwelt, weil sich zudem der CO2- und Schadstoffausstoß des Fahrzeugs verringert.
Vorausschauend fahren, Fuß vom Gas nehmen
Nicht ständig Gas geben und bremsen, sondern vorausschauend fahren und den Schwung während der Fahrt nutzen, machen das Autofahren ökonomischer. Kurzfristige Temposchwankungen lassen sich ausgleichen, indem man den Fuß vom Gas nimmt, statt zu bremsen und anschließend wieder zu beschleunigen. Denn nach jedem Schaltvorgang ist wieder ein Tritt aufs Gaspedal notwendig – und das kostet jedes Mal Sprit.
Wer genügend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug hält, fährt nicht nur sicherer, sondern muss weniger bremsen und kann die Motorbremswirkung nutzen. Beim Heranrollen an eine Ampel zum Beispiel ist es ratsam, bei Geschwindigkeiten über 40 km/h den Fuß einfach vom Gaspedal zu nehmen, ohne auszukuppeln. Die meisten Autos sind mit einer Schubabschaltung ausgerüstet, die in dieser Situation die Kraftstoffzufuhr absperrt.
Schnell hochschalten und mit niedriger Drehzahl fahren
Kraftstoffverbrauch, Schadstoffausstoß und Lärmentwicklung hängen vor allem von der Drehzahl des Motors ab. Im höchstmöglichen Gang zu fahren, ist Grundbedingung für benzinsparendes Fahren. Deshalb gilt: Nach dem Anfahren möglichst rasch die Gänge hochschalten und mit niedrigen Drehzahlen die gewählte Geschwindigkeit beibehalten. Selbst im Stadtverkehr kann der Autofahrer gut im fünften Gang (etwa ab 50 bis 60 km/h) fahren, ein Zurückschalten ist nicht erforderlich, solange der Motor nicht anfängt zu ruckeln.
Laut Verkehrsclub Deutschland (VCD) reichen 2.000 Umdrehungen im Stadtverkehr aus. Auf Autobahnen und Landstraßen gilt: Je niedriger die Drehzahl und das Tempo, desto niedriger der Verbrauch. Positiver Effekt neben dem Benzinsparen: Der Geräuschpegel sinkt – sowohl im Auto als auch außerhalb. Vor allem auf der Autobahn empfiehlt es sich zudem, den Tempomaten einzuschalten und so die Geschwindigkeit konstant zu halten.
Motor bei längeren Stopps abschalten
Bei Stopps ab 20 Sekunden sollte der Motor abgeschaltet werden, denn im Leerlauf verbraucht er zwischen 0,8 und 1,5 Liter Sprit pro Stunde. Außerdem belastet der Schadstoff-Ausstoß Gesundheit und Umwelt. Moderne Autos verfügen über eine Start-Stopp-Automatik, die einem das Abschalten abnimmt.
Unnötigen Luftwiderstand und Gewicht vermeiden
Unnötige Aufbauten wie Dachgepäckträger und Ballast im Inneren des Wagens sorgen für größeren Luftwiderstand beziehungsweise für mehr Gewicht. Grob geschätzt erhöht ein zusätzliches Gewicht von 100 Kilo in einem Mittelklasse-Pkw den Spritverbrauch um 0,7 Liter auf 100 Kilometern. “Weg mit unnötigem Gewicht” heißt deshalb die Devise: Dachgepäckträger nach dem Urlaub abmontieren, keine Wasserkästen durch die Gegend fahren, Kofferraum leer räumen.
Ungenutzte Stromfresser wie Klimaanlage ausschalten
Auch elektrische Funktionen des Autos wie Klimaanlage, Fensterheber oder Heckscheiben- oder Sitzheizung haben Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch. Je mehr Strom die Lichtmaschine erzeugen muss, desto größer wird ihr Drehwiderstand. Die Folge: Der Verbrennungsmotor muss für den Antrieb mehr Kraft aufwenden. Größter Stromfresser ist die Klimaanlage, die den Verbrauch im Stadtverkehr um bis zu 1,8 Liter je 100 Kilometer erhöht. Deshalb sollten diese Stromverbraucher nur laufen, wenn es notwendig ist.
Selbst Frischluft kostet Energie: Offene Fenster beeinträchtigen die Luftströmung und erhöhen den Spritverbrauch. Berücksichtigen sollte man bei allen Maßnahmen aber auch das persönliche Wohlbefinden – denn das kann den sicheren Fahrstil beeinflussen. So kann es sich negativ auf die Konzentration auswirken, wenn man frierend am Steuer sitzt.
Kurzstrecken vermeiden
Am meisten Sprit verbraucht der Motor, wenn er kalt ist. Der Verbrauch auf den ersten Hundert Metern ist dann bis zu doppelt so hoch wie bei normaler Betriebstemperatur. Diese erreicht der Motor erst nach einigen Kilometern. Wer Sprit sparen möchte, sollte daher auf sehr kurze Fahrten verzichten oder mehrere kurze Einzelfahrten zu einer längeren Fahrt kombinieren.
Reifendruck überprüfen
Außerdem sollten Autofahrer darauf achten, dass die Reifen den vom Hersteller empfohlenen Reifendruck aufweisen. Laut ADAC-Fahrtrainer Uwe Tobian kann man die Herstellerempfehlung sogar leicht überschreiten – das senkt noch einmal den Rollwiderstand. Bis zu 0,2 Bar seien kein Problem, so der Experte.
Breitreifen verlängern übrigens den Bremsweg und erhöhen den Verbrauch. Leichtlaufreifen hingegen haben einen geringeren Rollwiderstand als herkömmliche Modelle und sorgen für eine geringere Lärmbelastung sowie weniger Spritverbrauch.























