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Cafés in München: Das Café Mirin in der Humboldtstraße im Test – München | ABC-Z

Die Geschichte der urbanen Gastronomie-Trends der vergangenen Jahre lässt sich anhand der Humboldtstraße 20 bestens nacherzählen: Hier hatte Mitte der Zehnerjahre das Wuid eröffnet, das vor allem für ausgefallene Burger und Gin-Tasting-Events bekannt war. Es hielt sich bis 2023. Für die folgenden zwei Jahre zog die urige Craft-Beer-Kneipe Lagerhaus ein. Im Februar hat dort nun das Café Mirin eröffnet, das auf „Specialty Coffee“ setzt.

Soll heißen: Das Café Mirin ist Teil der Bewegung, die besonders viel Wert auf hochqualitativen Kaffee legt und die Röstung als komplexes Handwerk versteht, ähnlich der Zubereitung anderer Qualitätslebensmittel wie eben Gin oder Craft-Beer. Die Bohnen bezieht das Café von der preisgekrönten Rösterei Supremo Coffee aus Unterhaching.

Wer einen großen Americano bestellt, kann im Café Mirin zwischen den Aromen „schokoladig-nussig“, „fruchtig“ und einer Variante ohne Koffein wählen. Mit 4,60 Euro ist das zwar nicht günstig, schmeckt aber entsprechend hochwertig. Dazu kann man frisch gepresste Säfte bestellen, Apfel-Orange-Karotte-Ingwer (7,50 Euro für 0,4l) ist zu empfehlen.

Nachmittags gibt es selbst gebackenen Kuchen, zum Frühstück Panini, belegte Brote und veganes Birchermüsli mit Beeren, Birne und Mandeln (7,50 Euro), das genauso cremig schmeckt, wie es sollte. Das Brot kommt von der Bäckerei Julius Brantner, bestellen kann man es als klassisches Butterbrot (4,80 Euro) oder raffinierter belegt, etwa mit Camembert und Feigensenf oder Avocado-Kohlrabi-Tatar (je 10,50 Euro). Ein Mittagsangebot soll folgen.

Wer eine Scheibe belegtes Brot in einem Frühstückscafé bestellt, landet schnell bei der Frage: Muss man für eine Stulle, so lecker sie auch belegt ist, wirklich frühstücken gehen? Wer das mit Nein beantwortet, kann im Café Mirin von Dienstag bis Samstag auch ein ganzes Brantner-Brot einkaufen. Für 1000 Gramm zahlt man 8,50 Euro, und kann sich anschließend eigene Butterbrote zu Hause garnieren.

Cafe Mirin in der Humboldstrasse Foto:Catherina Hess Catherina Hess

Aber auch wenn jemand bereit ist, sich zu Hause morgens ein Brot zu rösten und ein Gemüse-Tatar zuzubereiten, verpasst er natürlich zweierlei: den hochwertigen Kaffee und die Gemütlichkeit des Lokals. Die Räumlichkeiten waren schon zu Lagerhaus-Zeiten auffallend schön. Die grünen Fliesen an Tresen und Wänden sind geblieben, die hohen Tische wurden durch niedrige getauscht. Teppiche, Mid-Century-Möbel, frische Tulpen und Soulmusik sorgen für Wohnzimmer-Atmosphäre.

Cafe Mirin in der Humboldstrasse Foto:Catherina Hess
Cafe Mirin in der Humboldstrasse Foto:Catherina Hess Catherina Hess

Besonders angenehm sind die hellen Plätze in den Fensternischen, speziell die in Richtung der ruhigeren Oefelestraße. Weil die Tische nicht allzu nah beieinander stehen, kann man sich hier auch in Ruhe unterhalten.

Geöffnet ist das Café Mirin wochentags von acht bis 18 Uhr, am Wochenende ab neun Uhr. Am Ende des Besuchs bleibt die Frage, welcher Gastronomie-Trend eigentlich auf Burger, Gin, Craft-Beer und Specialty Coffee folgen könnte – und die Hoffnung, dass man es, zumindest in der Humboldtstraße 20, nicht allzu bald herausfinden möge.

Café Mirin, Humboldtstraße 20, Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 9 bis 18 Uhr

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