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Helicobacter pylori: Symptome, Behandlung, Tests für zu Hause | ABC-Z

Stand: 24.03.2026 21:49 Uhr
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Wenn Symptome wie Übelkeit, Völlegefühl oder Bauchschmerzen andauern, kann sich dahinter der Magenkeim Helicobacter pylori verbergen. Ein Test kann Aufschluss geben, ob eine Behandlung nötig ist.

von Elena Zelle

Eine Infektion mit dem Keim Helicobacter pylori gilt als häufigste Ursache für eine chronisch entzündete Magenschleimhaut. Die Erreger können die Magenschleimhaut schädigen. Daraus können sich Magengeschwüre und Geschwüre im Zwölffingerdarm entwickeln (medizinischer Fachbegriff: gastroduodenale Ulkuskrankheit). Auch Magenkrebs zählt zu den möglichen Folgeerkrankungen einer Infektion mit Helicobacter pylori. Etwa 90 Prozent der Magenkarzinome werden durch das Bakterium ausgelöst.

Symptome einer Helicobacter-Infektion

Wenn sich Helicobacter-pylori-Bakterien in der Magenschleimhaut einnisten, kann das zu einer chronischen Entzündung führen. Diese kann, muss aber nicht, folgende Symptome verursachen: Völlegefühl, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Aufstoßen, Appetitlosigkeit oder Mundgeruch. Das Problem: Solche Symptome treten auch bei vielen anderen Infektionskrankheiten auf. Besonders aufmerksam sollte man sein, wenn derartige Beschwerden länger andauern. Hausarzt und Betroffene sollten dann immer auch die Möglichkeit einer Helicobacter-pylori-Infektion in Betracht ziehen. Nach aktuellem Forschungsstand tragen in Deutschland etwa 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung das Helicobacter-pylori-Bakterium in sich, wobei bei etwa 80 Prozent der Infizierten keine Symptome auftreten.

Der Magenkeim verursacht oft unbemerkt Magenschäden. Welche Therapie hilft und warum das Absetzen der Medikamente schwierig sein kann.

Diagnose: Wie lassen sich Helicobacter-pylori-Bakterien nachweisen?

Es gibt verschiedene Untersuchungen, um Helicobacter pylori im Magen nachzuweisen: Dazu zählen nicht invasive Methoden wie Atem- oder Stuhltests. Diese Untersuchungen sind für die Patienten unkompliziert und risikolos. Als invasive Methode ist eine Magenspiegelung (Gastroskopie) mit Entnahme von Gewebeproben aus der Magenschleimhaut möglich. Eine solche Gewebeanalyse bietet eine hohe diagnostische Sicherheit, ist aber aufwendig und auch mit gewissen Risiken verbunden: Selten sind Komplikationen wie etwa Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Blutungen möglich.

Bestimmte Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko für eine Helicobacter-Infektion und deren Folgeerkrankungen. Sie sollten sich vorsorglich testen lassen, auch wenn keine Symptome vorhanden sind: Zur Risikogruppe zählen Menschen mit Fällen von Magenkrebs in der direkten Verwandtschaft sowie Menschen, die regelmäßig Blutverdünner, Magensäurehemmer oder NSAR-Schmerzmittel (ASS, Ibuprofen) einnehmen.

Selbsttest: Eingeschränkt empfehlenswert

Experten und Expertinnen raten von Bluttests ab. Mit ihnen lassen sich Antikörper auf Helicobacter-Bakterien im Blut nachweisen. Die Tests geben aber keinen Hinweis darauf, ob es sich um eine akute oder eine vor langer Zeit abgelaufene und bereits ausgeheilte Infektion handelt. In Apotheken und Drogerien sind Bluttests und Stuhltests auf Helicobacter pylori für die Selbstanwendung zu Hause erhältlich. Freiverkäufliche Stuhltests sind zwar aussagekräftiger, die Ergebnisse sollten aber immer von einem Arzt bestätigt und das weitere therapeutische Vorgehen besprochen werden.

Helicobacter pylori: Welche Behandlung ist nötig?

Beim Nachweis von Helicobacter-pylori-Bakterien sollte immer eine Therapie erfolgen. Ziel der Behandlung ist es, die Keime abzutöten und eine Entzündung der Magenschleimhaut abklingen zu lassen. Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten empfehlen eine Vierfach-Behandlung – bestehend aus zwei Antibiotika, dem chemischen Element Bismut und zusätzlich einem Säureblocker (medizinischer Fachbegriff: Protonenpumpenhemmer). Bei Kindern gelten teilweise andere Therapie-Empfehlungen.

Helicobacter-Therapie: Auf Ernährung achten

Antibiotika und Bismut bekämpfen die Helicobacter-Bakterien direkt. Der Säureblocker unterstützt die Therapie, indem er die Säurebildung im Magen unterdrückt, wodurch die Antibiotika besser wirken können. Aus diesem Grund sollte man während der Therapie auch nicht rauchen und auf Lebensmittel verzichten, die zu einer vermehrten Magensäurebildung führen. Dazu zählen Kaffee, säurehaltige Fruchtsäfte, scharfe Gewürze, Gebratenes, Geräuchertes und Frittiertes. Auch die akuten Beschwerden einer Gastritis (Magenschleimhautentzündung) lassen sich oft durch eine angepasste Ernährung lindern.

Kontrolluntersuchung nach der Behandlung

Die Behandlung dauert circa zwei Wochen. Einige Wochen nach Behandlungsende sollte eine Kontrolluntersuchung erfolgen, wobei hier in den meisten Fällen ein Atem- oder Stuhltest ausreicht. Bei mehr als 80 Prozent der Behandelten lässt sich nach der Therapie kein Helicobacter pylori mehr nachweisen. Wenn die Therapie nicht angeschlagen hat, liegt das meist an einer Antibiotikaresistenz der Helicobacter-pylori-Bakterien. Sinnvoll ist in diesem Fall eine Laboruntersuchung der Bakterien auf mögliche Resistenzen und im Anschluss eine erneute Behandlung mit möglichen alternativen Antibiotika. Nach einer überstandenen Infektion ist das Risiko einer Neuansteckung gering.

Ist Helicobacter pylori ansteckend?

Helicobacter pylori kann von Mensch zu Mensch übertragen werden, insbesondere, wenn infizierte Personen sich nach dem Toilettengang nicht gründlich die Hände waschen. Zudem wird eine Infektion über verschmutztes Wasser oder verunreinigte Lebensmittel diskutiert. Wissenschaftler gehen davon aus, dass in Deutschland wahrscheinlich die Mensch-zu-Mensch- Übertragung dominiert und häufig im Vorschulalter stattfindet. Wichtigster Risikofaktor ist die infizierte Mutter. Dass im Magen überhaupt Bakterien überleben können, war wissenschaftlich bis in die 1980er-Jahre unbekannt. Bis dahin ging man davon aus, dass das saure Magenmilieu ein Überleben von Bakterien grundsätzlich ausschließe. 1983 fanden Forscher heraus: Helicobacter pylori kann im Magen überleben. Heute weiß man, dass Helicobacter pylori ein Enzym produziert, das ihn vor der Magensäure schützt.

Expertin aus dem Beitrag

Chefärztin der Inneren Medizin/Gastroenterologie/Diabetologie Niels-Stensen-Kliniken Osnabrück

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