Künstlervereinigung Dachau ist bayerisches Kulturerbe – Dachau | ABC-Z

Im bayerischen Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes finden sich mehr als 100 höchst unterschiedliche Traditionen und Gepflogenheiten, die den Freistaat prägen: etwa der Further Drachenstich oder der Leonhardiritt und nun auch die Künstlervereinigung Dachau (KVD). Das teilt das Finanz- und Heimatministerium mit, das mit der Auszeichnung „lebendige identitätsstiftende Traditionen würdigen“ will.
Für den Landkreis Dachau ist es die erste Erwähnung im Landesverzeichnis, welches zusätzlich zur Unesco-Weltkulturerbe-Liste geführt wird. Über den erfolgreichen Antrag der KVD freuen sich die lokalen Kulturschaffenden sehr. „Das ist eine große Ehre für uns“, sagt die zweite KVD-Vorsitzende Margot Krottenthaler, „Es ist eine Würdigung der über 100-jährigen Arbeit der Künstlervereinigung.“ Gemeinsam mit dem KVD-Vorsitzenden Johannes Karl und Kreisheimatpflegerin Birgitta Unger-Richter hatte sie den umfangreichen Antrag gestellt, für den unter anderem eine Fotodokumentation und zwei Gutachten eingereicht werden mussten. Eine finanzielle Förderung ist mit der Auszeichnung nicht verbunden.
Die KVD hofft durch das Siegel auf mehr überregionale Aufmerksamkeit. „Wir sehen uns vor allem als zeitgenössische Vereinigung und wollen nicht nur Traditionen verwalten“, sagt Malerin Krottenthaler. „So etwas gibt es heute kaum noch, dass die traditionelle Verankerung aus der Zeit der Künstlerkolonie weitergetragen wird in die Gegenwart und Zukunft mit über 50 aktiven Kunstschaffenden.“ Was die KVD von anderen Künstlervereinigungen unterscheide, sei, dass für sie die Demokratiearbeit vor Ort besonders wichtig sei. Die Plakat-Aktion „Haltung Zeigen“ etwa sei im ganzen Stadtbild zu sehen gewesen. Auch schon in den Achtzigerjahren hätten sich lokale Künstlerinnen und Künstler dafür eingesetzt, dass in Dachau eine Künstlerfreundschaft mit dem polnischen Oświęcim entstehen konnte, mit dem Dachau heute eine Landkreispartnerschaft pflegt. „Künstlerschaft ist mehr als im Atelier schöne Bilder zu malen. Wir sehen uns als relevante Stimme in der Stadt- und Landkreisgemeinschaft“, sagt Krottenthaler.
„Ein ganz wichtiges Stück Kulturgeschichte in unserem Landkreis“
Umso fataler ist es laut Krottenthaler, wenn an Kunst und Kultur gespart wird. „Es gibt immer mehr Konkurrenz um die immer weniger werdenden Gelder.“ Besonders die Schließung der Neuen Gallerie in der Dachauer Altstadt angesichts von Haushaltskürzungen sei im vergangenen Jahr ein „fatales Signal“ für die Dachauer Kunstszene gewesen. „Wenn so ein Kulturort erstmal verloren ist, ist es sehr schwer ihn zurückzubringen.“ Im Vergleich zu Städten ähnlicher Größenordnung unterstütze Dachau die Kunst insgesamt jedoch stark mit Ateliers und Geldern. „Uns ist aber das Bewusstsein wichtig dafür, dass Kunst nicht nur nice-to-have ist, sondern eine der Säulen der Gesellschaft.“
Auch Kreisheimatpflegerin Birgitta Unger-Richter betont: „Mit der KVD lebt bis heute die Tradition einer Künstlerkolonie in Dachau fort.“ Wie sich kunstschaffende Ehrenamtliche hier selbst organsierten sei ebenso besonders, wie die Tatsache, dass die Künstlervereinigung Dachau auch „ihre eigene Geschichte mit allen Brüchen aufgearbeitet“ habe. „Die KVD ist ein Stück Kulturgeschichte in unserem Landkreis, das ich für ganz wichtig halte.“





















