„Predator: Badlands“: Zum ersten Mal steht der Mensch nicht im Zentrum des Films | ABC-Z

Das Franchise ist in seinem vierzigsten Jahr. Im Anfang war es ein Action-Vehikel für Arnold Schwarzenegger, „Predator“ (1987), der Arbeitstitel war „Hunter“, und das war auch, worum es dabei ging: ein menschlicher Held auf der Alien-Jagd. Die Aliens sind einerseits menschenähnliche Wesen, andererseits erinnern ihre Münder eher an Insekten-Mandibeln.
Auf den ersten Film folgte ein zweiter, Arnold wurde durch Danny Glover ersetzt. Das Universum ist seitdem stetig gewachsen, es gibt weitere Filme, Spielzeug, Comics, Games, ein Crossover mit dem Alien-Franchise. Nach einem erfolgreichen Restart mit „The Predator“ (2018) ist kein Ende in Sicht.
Dafür war einmal Zeit für eine Variation. Erstmals steht in „Predator: Badlands“ (2025) nicht der menschliche Jäger, sondern das Alien im Zentrum des Films; tatsächlich gibt es, sad to say, gar keine Menschen mehr, nur allerlei Monster und elektrifizierte Humanoiden. Der Name des Helden: Dek. Seine Rasse: die Yautja, aus deren Insektenmund die Laute klaftertief, schnalzlautreich, finster grollen. Es wurde, reichlich spät, extra für diesen Film von einem Linguisten eine konsistente, ans Insekten-Mundwerkzeug angepasste Sprache erfunden, Hauptdarsteller Dimitrius Schuster-Koloamatangi hat sie, versteht sich, fleißig gelernt.
„Predator: Badlands“ (USA 2025, Regie: Dan Trachtenberg). Die DVD ist ab rund 15 Euro im Handel erhältlich.
Die Yautja sind Krieger von einer Sorte, dagegen ist Pete Hegseth ein Softie. Dek soll eigentlich sterben, weil nach Ansicht des Vaters: zu schwach. Dann aber killt er den eigenen Bruder, macht sich auf einen Todesplaneten namens Genna davon, um dort ein Supermonster namens Kalisk zu jagen und als Trophäe zu den Seinen zu bringen. Genna ist nun wirklich nicht wirtlich, würgefreudige Lianen, rasiermesserscharfe Gräser, giftpfeilschleudernde Blüten, Drachen fliegen irgendwo oben: liebevoll per CGI ausgemalte Dark-Fantasy-Welt.
Dame ohne Unterleib
Ein Glück, dass Dek, wenn auch widerwillig, eine Gefährtin an die Seite bekommt. Thia ist eine Humanoide, der allerdings der Unterleib fehlt, verloren im Kampf. Später taucht dann der Unterleib auf, ohne Dame, kicking ass, muss man sagen, und zuletzt werden, das kommt nicht überraschend, oben und unten wiedervereint. Vorerst schnallt Dek sich die Dame ohne Unterleib auf den Rücken, ein hartleibiger Kobold, in dem mehr steckt, als man denkt, kommt als Dritter im Bunde dazu. Zu den indigenen Genna-Gefahren gesellt sich wiederum eine Humanoiden-Truppe, die mit dem Kaslik und seinen Jägern kurzen Prozess machen will.
Mit dabei: die Androidin Tessa, als deren Zwillingsschwester Thia sich, menschlich-allzumenschlich, lange begriff. Nun aber wird bis aufs Messer gekämpft beziehungsweise, das ist die bevorzugte Waffe der Yautja, bis aufs gezackte Schwert, das, eine Kreuzung aus Mittelalter und Star Wars, einen leuchtenden Rand hat. So fliegen Funken. So wird zertrennt und gesäbelt. Zum Verdruss seiner Gegner allerdings hat das Monster namens Kalisk die Fähigkeit, alles, was abgetrennt war, wieder nach- und zusammenwachsen zu lassen. Wunderschöne Abenteuer-Hindernis-Welt.
Zum Glück nimmt Regisseur Dan Trachtenberg (der, aktuelle Meldung von der Filmstudiobörse, das Disney-Franchise verlässt und zu Paramount wechselt) das alles zwar ernst, aber auch nicht zu sehr. Für kleine Pointen zwischendurch ist ebenso Zeit wie für die große sozialphilosophische Botschaft an die Hegseths der Welt: Wahre Stärke besteht darin, nicht für sich, sondern für die einem Anvertrauten zu kämpfen. Und wer das nicht hören will – und sei es der Vater –, muss es fühlen, beziehungsweise wird ohne Gnade zersäbelt. Man sollte es in diesem Genre ja auch wieder nicht übertreiben mit der Friedfertigkeit.





















