Barley ringt um Worte zum Zustand der SPD – „Ich bin auch ein bisschen angefasst“ | ABC-Z

Es ist ein Abend, an dem die „Ratlosigkeit fast körperlich zu spüren ist,” sagt Moderator Markus Lanz am Ende der Sendung. Und weiter: „Das tut fast weh”. Denn: Die Frage nach der Zukunft der SPD kann auch die Vizepräsidentin des EU-Parlaments nicht beantworten. Stattdessen sucht Katarina Barley mit brüchiger Stimme im ZDF nach Worten.
„Markus Lanz“: Das waren die Gäste:
- Katarina Barley (SPD), Vizepräsidentin des EU-Parlaments und Mitglied des SPD-Vorstands
- Robin Alexander, Journalist und Podcaster
- Ali Fathollah-Nejad, Nahost-Experte
- Elmar Theveßen, Leiter des ZDF-Studios in Washington
Nach 35 Jahren an der Spitze verliert die SPD bei der jüngsten Landtagswahl in Rheinland-Pfalz ihre Führungsrolle an die CDU. Für die Sozialdemokraten ist es der zweite schwere Rückschlag innerhalb von zwei Wochen. Vorangegangen war das Debakel bei der Wahl in Baden-Württemberg mit dem historischen Tiefstwert von 5,5 Prozent. Es geht nicht mehr nur um zwei verlorene Wahlen, sondern um eine Krise, die die ganze Partei erfasst. Und auch der Druck auf die Bundespartei ist enorm.
Die Gründe für die Wahlniederlage in Rheinland-Pfalz werden ausdrücklich auch in Berlin verortet – so sieht das auch Katarina Barley (SPD) an diesem Abend bei Lanz. „Darüber sind sich in Berlin auch alle klar,” sagt sie. Personaldebatten würden aber erst einmal nicht geführt werden, auch darüber herrsche im Präsidium Einigkeit.

„Markus Lanz” im ZDF: Lanz nimmt Barley in Schutz
Worüber offensichtlich keine Einigkeit herrscht: Über den von Podcaster und Journalist Robin Alexander an diesem Abend so vehement geforderten Plan der Partei. Auf seine und die Rückfragen des Moderators entgegnet Barley mehrfach fast schon zögerlich: „Was wollen Sie von mir hören? Was erwarten Sie von mir?” Einmal sagt Alexander: „Sie gehen ins TV und sind im Vorstand. Da müssen Sie doch was sagen können.” Da nimmt sogar der sonst so renitente Lanz Barley in Schutz: „Immerhin ist Frau Barley hier. Es ist dieser Tage schwer, jemanden von diesem Kaliber aus der SPD zu bekommen.”

Als Alexander daraufhin immer noch nicht locker lässt, stockt Barley plötzlich und findet keine Worte mehr. „Ich bin auch ein bisschen angefasst,” gesteht sie schließlich. Sie habe den Eindruck, dass die SPD in Rheinland-Pfalz eine gute Politik gemacht habe. „Dass das in diesem Land, wo die Partei gut funktioniert, passiert, das nimmt mich mit,” erklärt sie.
Diese Sprachlosigkeit deutet Lanz den Rest des Abends als eine „Antwortlosigkeit” der Partei. Und auch Alexander sieht darin einen fehlenden Plan. Dennoch – und das ist der einzige Hoffnungsschimmer für die SPD, der in der Sendung gezeichnet wird, sagt er: „Die SPD hat noch Chancen – wenn sie nicht immer weiter wartet und einen Plan präsentiert und dafür in der Gesellschaft die Mehrheit findet.”





















