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Bärlauch jetzt in der Saison erkennen und sammeln | ABC-Z

AUDIO: Frühlingsboten am Wegesrand: Was darf ich pflücken? (3 Min)

Stand: 23.03.2026 13:08 Uhr

Jetzt hat das würzige Kraut wieder Saison und wächst in vielen Wäldern. Wer Bärlauch selbst sammelt, sollte genau hinschauen, um ihn beim Pflücken nicht mit seinen giftigen Doppelgängern zu verwechseln.

Bärlauch zählt zu den ersten frischen Kräutern der Frühlingsküche, sein würzig-scharfes Aroma verfeinert Pesto, Soßen und Salate. Verwandt ist das Kraut mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch.

Wann beginnt die Saison für Bärlauch?

Je nach Witterung zeigen sich die ersten zarten Bärlauchblätter bereits im März. Im April bildet das Kraut dann an geeigneten Standorten grüne Teppiche auf dem Waldboden. Die Bärlauch-Zeit ist kurz: Ungefähr ab Mai beginnt die Pflanze zu blühen und die Erntezeit endet, denn dann verlieren die Blätter an Aroma.

Wo wächst Bärlauch?

Ein Korb mit frischem Bärlauch steht im Wald auf einer Fläche, auf der Bärlauch wächst.

Beginnt Bärlauch zu blühen, verliert er an Aroma. Auch die Blüten sind essbar.

Die Pflanze mit den etwa 20 bis 30 Zentimeter langen, grünen Blättern wächst vor allem in Laubmisch- und Buchenwäldern und bedeckt dort am Boden häufig größere Flächen. Um die Bestände zu schonen, sollte man pro Bärlauch-Pflanze möglichst immer nur ein Blatt ernten.

Grundsätzlich gilt: Laut Bundesnaturschutzgesetz dürfen wild lebende Pflanzen wie Bärlauch nur in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf gesammelt werden, also nur eine Handvoll. In Naturschutzgebieten dürfen Bärlauchblätter gar nicht gepflückt werden.

Verwechslung mit Maiglöckchen, Aronstab und Herbstzeitlose

Eine größere Fläche mit Bärlauch inmitten von Bäumen und Gehölzen

Bärlauch wächst einzeln aus dem Boden, die Blattunterseite ist mattgrün.

Beim Sammeln ist Vorsicht und vor allem Pflanzenkenntnis geboten: Bärlauch ist leicht mit Maiglöckchen, Herbstzeitlosen und Aronstab zu verwechseln, die sehr giftig sind. Maiglöckchen lösen Übelkeit und Erbrechen aus. Herbstzeitlose und Aronstab enthalten Colchicin – schon der Verzehr eines Blattes kann tödlich sein. Besonders tückisch: Bärlauch wächst oft in unmittelbarer Nähe seiner gefährlichen Doppelgänger.

Blätter zerreiben: Keine sichere Methode

Zur Unterscheidung wird häufig der sogenannte Reibetrick empfohlen: Steigt einem beim Zerreiben der Blätter der charakteristische Knoblauchduft in die Nase, handelt es sich um Bärlauch. Doch Experten warnen vor dieser Methode: Hat man mehrere Blätter an der Hand gerieben, haftet der Geruch an den Fingern – und beim nächsten Mal riecht auch der daneben wachsende hochgiftige Aronstab vermeintlich nach Bärlauch.

Beim Pflücken von Bärlauch genau hinschauen

Zwei Bündel grüner Blätter liegen nebeneinander, links Blätter des Bärlauch, rechts des Maiglöckchens.

Vorsicht, Verwechslungsgefahr: links Blätter des Bärlauchs, rechts des giftigen Maiglöckchens.

Wichtige äußere Merkmale zum Unterscheiden: Bärlauch ist auf der Unterseite des Blattes mattgrün, hat einen dünnen Blattstiel und wächst einzeln aus dem Boden. Maiglöckchen wachsen dagegen paarweise am Stängel, ihre Blätter glänzen an der Unterseite, die Blätter der Herbstzeitlosen sogar auf Ober- und Unterseite. Aronstab wächst zwar an ähnlichen Standorten und zur selben Zeit wie Bärlauch, unterscheidet sich aber deutlich durch seine eher pfeilförmige Blattform mit unregelmäßig geformten Blattnerven.

Keine Angst vor dem Fuchsbandwurm

Die Gefahr, sich durch selbst gesammelten Bärlauch mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren – und dadurch Jahre später an einer sogenannten Echinokokkose, welche die Leber schädigt, zu erkranken -, ist dagegen äußerst gering. Das haben neuere Untersuchungen ergeben.

Bärlauch richtig lagern

Bärlauchblätter, ein Stößel und ein fertig zubereitetes Pesto.

Das intensive Aroma von Bärlauch kommt in Pesto sehr gut zur Geltung.

Wer unsicher ist und Bärlauch nicht selbst sammeln möchte, wird während der Saison auch auf Wochenmärkten und in Gemüseläden fündig. Das Kraut am besten sofort verarbeiten, denn gekühlt hält Bärlauch nur etwa ein bis zwei Tage. Zum Lagern in feuchtes Küchenpapier wickeln und im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren.

Bärlauch zu Butter und Pesto verarbeiten oder in Öl einlegen

Bärlauch lässt sich auch einfrieren, am besten portionsweise in Gefrierbeuteln oder als Bärlauchbutter. Dazu den Bärlauch fein hacken, mit weicher Butter verrühren und nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen. Für ein Pesto den Bärlauch mit gerösteten Pinienkernen oder gehackten Nüssen, geriebenem Parmesan sowie einem guten Öl vermischen und pürieren. Alternativ kann man Bärlauch in Olivenöl einlegen. Gut verschlossen und mit etwas Meersalz gewürzt hält sich Bärlauchöl einige Monate.

Bärlauch im eigenen Garten anbauen

Wer einen eigenen Garten hat, kann das Wildkraut problemlos anbauen. Die Pflanze bevorzugt schattige, feuchte Standorte und breitet sich dort meist relativ schnell aus.

Geschnitten Brotscheiben mit Bärlauch-Pesto, im Hintergrund einige Blätter Bärlauch.

Ob als Pesto, zum Spargel oder im Salat: Eine Auswahl leckerer Gerichte mit dem würzigen Frühlingskraut.

Dicht wachsender Bärlauch

Ein schattiger Standort ist ideal, um Bärlauch zu pflanzen. Jungpflanzen können im Frühling direkt in die Erde.

Frischer Bärlauch liegt auf einem Schneidebrett.

Ob Butter, Pesto oder Suppe: Bärlauch verleiht vielen Gerichten ein tolles Aroma. Tipps zur Aufbewahrung und Rezepte.

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