Bombe in Café in Frankfurt geworfen: Jugendstrafe für fünfzehnjährigen Niederländer | ABC-Z

Weil er einen Sprengstoffanschlag auf das Café „Omonia“ in Frankfurt-Bockenheim verübt hat, hat das Landgericht Frankfurt einen 15 Jahre alten Niederländer zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Der Jugendliche hatte am frühen Morgen des 5. August vergangenen Jahres einen Sprengsatz in das Café an der Falkstraße geworfen. Der Wirt hatte der Anklage zufolge die Bombe schnell erkannt und in die Ecke getreten, wodurch alle das Lokal unverletzt verlassen konnten. Der Jugendliche wurde kurz darauf in der Nähe des Tatorts festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Da es sich bei dem Angeklagten um einen Minderjährigen handelt, hatte das Landgericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Deshalb gab es am Montag auch keine weiteren Angaben zur Urteilsbegründung. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Jugendliche sich des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in fünf Fällen, der besonders schweren Brandstiftung und der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie des Führens eines verbotenen Gegenstandes schuldig gemacht hat.
3000 Euro für den Wurf einer Kugelbombe
Den Angaben nach hatte auch die Staatsanwaltschaft am Freitag in ihrem Plädoyer eine Jugendstrafe von vier Jahren und drei Monaten gefordert. Für die Ankläger hatten sich die Vorwürfe in dem Prozess bestätigt. Die Verteidigung hatte gefordert, ihren Mandanten nicht wegen eines Tötungsdelikts zu verurteilen. Sie beantragte eine Jugendstrafe zwischen drei Jahren und fünf Monaten und drei Jahren und sieben Monaten.
Der Jugendliche hatte laut einer Sprecherin des Gerichts die Tat am ersten Verhandlungstag im Wesentlichen gestanden. Er und ein Freund waren von einer dritten Person über Snapchat angeworben worden. Es wurden ihnen jeweils 3000 Euro in Aussicht gestellt. Beide wurden noch am selben Abend von dem Anwerber nach Deutschland gefahren. Außerdem stattete der Fahrer sie mit Materialien aus und leitete sie beim Bau der Kugelbombe an.
Dass Jugendliche für Straftaten angeworben werden, nennen Ermittlungsbehörden „Violence as a Service“, manchmal auch „Crime as a Service“. Die Sicherheitsbehörden in Deutschland warnen schon seit Jahren vor dem Phänomen, das seit Langem aus Nordrhein-Westfalen im Zusammenhang mit der sogenannten Mocro-Mafia bekannt ist.
Bei dem Fahrer soll es sich um einen 20 Jahre alten Niederländer handeln. Er wurde Anfang März festgenommen. Auch der Freund des Angeklagten, der ebenfalls angeworben wurde, muss sich derzeit vor Gericht verantworten: Der Achtzehnjährige soll am selben Tag in Taunusstein einen Sprengsatz vor ein Wohnhaus gelegt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde er noch vor dessen Zündung festgenommen. Der Prozess läuft derzeit am Landgericht Wiesbaden.





















