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Kommunalwahlen 2026 im Landkreis Ebersberg: Wahlschlappe für Amtsinhaber – Ebersberg | ABC-Z

Das Ergebnis steht fest – und damit eine kleine Sensation: Maria Wirnitzer ist neue Bürgermeisterin von Vaterstetten und löst Amtsinhaber Leonhard Spitzauer (CSU) ab. Die SPD-Kandidatin gewinnt mit 55 Prozent der abgegebenen Wählerstimmen. Schon vor sechs Jahren hatte die Diplom-Ingenieurin, die seit 2014 im Gemeinderat sitzt, den damals als Neuling angetretenen CSU-Mann in die Stichwahl gezwungen. Die Grünen hatten eine Wahlempfehlung für die 62-jährige Wirnitzer abgegeben, deren Bewerber David Göhler war im ersten Wahlgang ebenso wie Sonja Kiran (Freie Wähler) auf gut zehn Prozent gekommen. Dass es so eindeutig ausgehen würde, habe sie nicht gedacht, erklärte die strahlende Siegerin, auch wenn sie schon im Wahlkampf „viel Rückenwind“ gespürt habe.

Die glückliche Wahlsiegerin in Vaterstetten: Im zweiten Anlauf hat es Maria Wirnitzer – hier mit ihrem Ehemann Bruno – geschafft, sie löst Leonhard Spitzauer ab. Peter Hinz-Rosin

Bei ihrem Vorgänger und der CSU wolle sie sich für einen fairen Wahlkampf bedanken, erklärt sie. Wirnitzer ist damit die erste Bürgermeisterin in der Großgemeinde. Die SPD hatte bereits einmal für zwölf Jahre den Rathauschef gestellt. „Sehr schade, dass viele Bürger nicht gesehen haben, dass ich es gut gemacht habe“, kommentierte der unterlegene Kandidat, „ich wünsche der Maria viel Erfolg bei der Ausübung ihres Amtes, das kein leichtes ist.“

Es hat doch geklappt, bis zum Schluss war es spannend: Piet Mayr (CSU) bleibt weitere sechs Jahre Bürgermeister in Zorneding.
Es hat doch geklappt, bis zum Schluss war es spannend: Piet Mayr (CSU) bleibt weitere sechs Jahre Bürgermeister in Zorneding. Peter Hinz-Rosin

Beinahe wäre es nichts geworden mit einer vierten Amtszeit für Piet Mayr, bis zur Auszählung des letzten Wahllokals lag er noch knapp hinten. Doch am Ende haben die meisten Zornedingerinnen und Zornedinger doch auf das Bewährte gesetzt:  Der 69-jährige Amtsinhaber von der CSU hat in der Stichwahl um das Bürgermeisteramt seinen parteilosen Herausforderer Falk Skeide, 51, bezwungen. Das denkbar knappe Ergebnis lautet 50,9 zu 49,1 Prozent. Umso größer der Jubel bei Mayr und seiner Anhängerschaft. „Ich kann es nicht fassen!“, sagt der Wiedergewählte.

Skeide, der Kandidat von SPD, Grünen und FWG (Freie Wähler Gemeinschaft), ist bekannt als „Plastikmüll-Pirat“: Er macht mit internationalen Motorradtouren auf die Verschmutzung der Meere aufmerksam. Überdies gehört Skeide zu den Initiatoren des Zornedinger Unverpackt-Ladens. Piet Mayr wiederum lenkt die Geschicke der Gemeinde bereits seit 18 Jahren. Zunächst hatte er eine weitere Kandidatur ausgeschlossen, aber es sich dann – angesichts einer „sehr positiven persönlichen Entwicklung“ – nochmal anders überlegt und seine Erfahrung als Bürgermeister erneut in die Waagschale geworfen. Zusammen mit dem frischen Wind neuer Mitglieder im Gemeinderat wolle er nun mit Schwung für Zorneding weitermachen, so ein überglücklicher Mayr am Wahlabend.

Beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatte der Amtsinhaber 45,8 Prozent der Stimmen geholt. Falk Skeide erreichte 37,9 Prozent und Melanie Schaffenroth von der FDP 16,3 Prozent. Also kam es zur Stichwahl zwischen den beiden Männern. Dass diese knapp ausgehen könnte, zeigte bereits ein Blick auf die Gemeinderatswahl: CSU und FDP, die Mayr unterstützte, haben gemeinsam genauso viele Sitze wie Grüne, SPD und FWG. Da Skeide auf keiner Liste für den Gemeinderat stand, wird er in der Kommunalpolitik nicht vertreten sein.

Anton Holzner setzt sich in Pliening durch

In Pliening ist erstmals seit Jahrzehnten das Rathaus nicht mehr in CSU-Hand. In der Stichwahl hat sich Anton Holzer vom Neuen Forum deutlich gegen René Buchmann von der CSU durchgesetzt. 57,5 Prozent der Wählerinnen und Wähler gaben ihm ihre Stimme. Im ersten Wahlgang hatte Buchmann 41,3 Prozent der Stimmen erhalten, sein Mitbewerber 38,9 Prozent. Brigitte Freund von den Grünen war mit 19,8 Prozent der Stimmen in der ersten Runde ausgeschieden. Holzner folgt Roland Frick (CSU) nach, der nach zwölf Jahren als Erster Bürgermeister nicht nochmals angetreten war.

In Plienng hat sich Anton Holzner vom Neuen Forum gegen seinen Mitbewerber von der CSU durchgesetzt.
In Plienng hat sich Anton Holzner vom Neuen Forum gegen seinen Mitbewerber von der CSU durchgesetzt. privat

Der 43-jährige Holzner ist in Erding geboren und wohnt seit seiner Kindheit in Pliening. Der selbständige Elektromeister ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seit 2019 ist er Vereinskartellvorsitzender, außerdem engagiert in etlichen Vereinen und in der Plieninger Theaterbagasch. Wie Holzner bei der Kandidatur unterstrich, wünsche er sich frischen Wind im Rathaus. „Ich stehe für Bürgernähe, Offenheit und Mitanpacken statt Wegducken“, sagte er und forderte, Pliening müsse finanziell wieder auf gesunden Beinen stehen, außerdem wünsche er sich mehr Transparenz in der Gemeindepolitik.

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