Zweiter Ausfall in einer Woche: Ganz Kuba ist wieder ohne Strom | ABC-Z

Zweiter Ausfall in einer WocheGanz Kuba ist wieder ohne Strom
22.03.2026, 03:47 Uhr
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Kuba durchlebt die schlimmste Wirtschaftskrise der letzten Jahrzehnte. Lebensmittel und Medikamente sind knapp, der Müll häuft sich auf den Straßen. Das Ölembargo der USA verschärft die Situation. Jetzt ist die Insel erneut ohne Strom.
Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ist es auf Kuba zu einem inselweiten Stromausfall gekommen. Nach dem Blackout werde unter schwierigen Umständen an der Wiederherstellung der Energieversorgung gearbeitet, teilte Ministerpräsident Manuel Marrero Cruz mit. Bereits am Montag war das Stromnetz in dem wirtschaftlich sehr angeschlagenen sozialistischen Karibikstaat komplett zusammengebrochen. Erst nach mehr als 24 Stunden besserte sich die Lage.
Auf Kuba ist die veraltete Infrastruktur aufgrund mangelnder Wartung in schlechtem Zustand. Durch ein von US-Präsident Donald Trump verhängtes Ölembargo hat sich die Lage noch deutlich verschlechtert. Die Stromversorgung ist von Öl abhängig, und das Land hat seit drei Monaten keine Erdöllieferungen mehr aus dem Ausland erhalten.
Ohne Strom verderben die knappen Lebensmittel
In dem Land mit knapp zehn Millionen Einwohnern verschärfen häufige Stromausfälle und Treibstoffmangel die ohnehin bereits seit Jahren dramatischen Lebensbedingungen der Bevölkerung. Ohne Energie verderben die wenigen verfügbaren Lebensmittel im Kühlschrank. Die Telefon- und Internetverbindung bricht ständig ab. Krankenhäuser müssen ihre Leistungen kürzen, Medikamente sind knapp. Der Unterricht an Schulen und Universitäten fällt aus. Aufgrund des Kraftstoffmangels sammelt sich der Müll auf den Straßen, weil eine Müllentsorgung nur eingeschränkt möglich ist.
Selbst die US-Botschaft ist von den Stromausfällen betroffen. Laut einem Bericht der “Washington Post” hatte die kubanische Regierung der US-Vertretung zuletzt eine Einfuhr von Diesel für Generatoren verweigert. Die Botschaft nehme “schamlos” ein Privileg für sich in Anspruch, das die USA dem kubanischen Volk verwehrten, hieß es.
Washington ist mit Havanna im Gespräch
Seit der Revolution 1959 unter dem linken Revolutionsführer Fidel Castro sind die Beziehungen zwischen Washington und Havanna angespannt. Die kommunistische Regierung Kubas führt die Wirtschaftskrise des Landes auf das seit mehr als 60 Jahren bestehende Handelsembargo der USA sowie auf das aktuelle Ölembargo zurück.
Schon vor dem US-Militäreinsatz in Venezuela im Januar hatte Präsident Trump eine vollständige Blockade für sanktionierte Öltanker mit Lieferungen von Kubas südamerikanischen Verbündeten angeordnet. Auch durch Zolldrohungen an potenzielle Lieferanten schnitt er Kubas Ölzufuhr ab. Trump versucht, wirtschaftliche und politische Veränderungen auf der Insel zu erzwingen und hat eine Übernahme Kubas durch die USA angedeutet. Zugleich führen Washington und Havanna Gespräche, deren Inhalt nicht bekannt ist. Havanna hat Änderungen an seinem politischen System ausgeschlossen.





















