Wie Vorlesen die Lesefreude bei Kindern fördert | ABC-Z

„Was für ein Talent!“, so begeistert urteilte Bestseller-Autor Sebastian Fitzek im vergangenen Jahr über die Siegerin des bundesweiten Vorlesewettbewerbs, die 12-Jährige Ayla Uluçam aus Berlin. Zurzeit läuft der 1959 von Erich Kästner mitbegründete Vorlesewettbewerb in den Bezirken, im Mai finden die Entscheide in den Ländern statt. Jährlich nehmen rund 600.000 Schülerinnen und Schüler aus sechsten Klassen an dem bundesweiten Wettbewerb teil. Veranstaltet wird er von der Stiftung Buchkultur und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels als eines der größten Leseförderungsprojekte in Deutschland.
Lesewelt Berlin fördert Leselust und Sprachentwicklung bei Kindern
In Berlin organisiert der Verein Lesewelt regelmäßig Vorlesestunden für Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren. Seit dem Jahr 2000 heißt es in Berliner Bibliotheken „Vorlesen, zuhören, reden, Spaß haben!“. Der Pionier unter Deutschlands Vorleseinitiativen möchte mithilfe von ehrenamtlichen Vorleserinnen und Vorlesern in den Kindern die Freude am Lesen wecken, sie beim Lesenlernen unterstützen und ihre Sprachkenntnisse verbessern. „Doch beim Vorlesen geschieht noch viel mehr: Die Fantasie der Kinder wird angeregt, ihre Konzentration gefördert und Wissen vermittelt“, sagt die Gründerin des Vereins, Ursula Frommholz. Lesewelt e.V. finanziert sich durch Spenden und wird auch von Berliner helfen unterstützt.
Vorlesen verbessert Bildungschancen
Im Fokus der Vereinsarbeit stehen bildungsbenachteiligte Kinder mit und ohne Migrationshintergrund. Ihre Chancen auf gute Bildung werden durch die Lesewelt-Vorlesestunden erhöht. „Da Lesenkönnen eng an das Lesenwollen geknüpft ist, müssen Kinder zum Lesen angeregt werden. Das gelingt am besten, wenn Erwachsene mit Kindern Bücher betrachten und ihnen daraus vorlesen. Dann wächst in den Kindern das Interesse an Geschichten und sie übertragen das positive Gefühl der Zuwendung auf das Lesen“, sagt Ursula Frommholz.
Das Team von der Reinickendorfer Lese-Initiative „Abraxas“: Martina Schneider, Klaus Köpke, Thomas Bunar, Beate Kasokat-Bunar, Ilona Siebarth und Andreas Goerdeler (v.l.n.r.)
© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini
Als zusätzlichen Anreiz erhalten Kinder nach jedem zehnten Besuch einer Vorlesestunde vom Verein Leweselt ein Buchgeschenk vom Verein. Es soll die Kinder und ihre Familien motivieren, regelmäßig teilzunehmen – und das ganz unkompliziert: „Der Besuch der Lesewelt-Vorlesestunden ist für die Kinder kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich“, so Ursula Frommholz.
Aktuell wird vom Verein Lesewelt in sieben Berliner Bezirken vorgelesen: Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Mitte, Reinickendorf, Treptow-Köpenick, Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg. Rund 100 ehrenamtliche Vorleserinnen und Vorleser sind regelmäßig nachmittags in 24 Bibliotheken im Einsatz. Darüber hinaus engagieren sich einige Vorleserinnen und Vorleser von Lesewelt Berlin e.V. in den bezirklichen Jurys des bundesweiten Vorlesewettbewerbs.
Ehrenamtliche Lesepaten begeistern Reinickendorfer Kinder für Bücher
Eine weitere von Berliner helfen e.V. geförderte Lese-Initiative ist in Reinickendorf aktiv: Die ehrenamtlichen Vorleser von „Abraxas“ sind im Norden des Bezirks an Kitas und Schulen im Einsatz. Ihr gemeinsames Ziel: Kindern von klein auf die Freude am Lesen, an Büchern und generell am Lernen zu vermitteln. „Das ist eine sehr erfüllende Aufgabe und es macht nicht nur den Kindern, sondern auch uns großen Spaß“, sagt Thomas Bunar, pensionierter Verwaltungsfachmann und engagierter Vorleser. Die lokale Lese-Initiative, 2017 von der ehemaligen Lehrerin Birgit Schmidt-Moeller gegründet, ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. „Wir sind jetzt etwa 85 Lesepaten in neun Grundschulen und 44 Kitas im Bezirk“, berichtet Beate Kasokat-Bunar, die sich in einem Kernteam von sechs Lesepaten um die Organisation der ehrenamtlichen Vorleser kümmert.
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„Die Kinderbücher wählen wir sorgfältig aus, für die Vier- bis Sechsjährigen müssen Bilder dabei sein, und es muss eine abgeschlossene Geschichte sein. Dinosaurier kommen immer gut an“, sagt Thomas Bunar. Mit den Kitas werden feste Tage und Zeiten vereinbart, vorgelesen wird in einem Extraraum mit sechs bis acht Kindern. An den Schulen ist es umgekehrt; dort lesen die Kinder allein oder zu zweit einem Vorleser oder einer Vorleserin vor. Die Kinderbücher kommen aus der Waidmannsluster Buchhandlung „Leselust“ und werden von Berliner helfen e.V. finanziert. „Die Bücher werden in Rucksäcken transportiert und die tauschen die Lesepaten untereinander aus. So haben sie immer wieder neuen Lesestoff“, sagt Beate Kasokat-Bunar.
Zwei in privater Initiative gegründete Leseförderprojekte werden von Berliner helfen e.V., dem Verein der Berliner Morgenpost, unterstützt. Bei Lesewelt e.V. lesen Ehrenamtliche in Berliner Bibliotheken vor. Weitere Informationen dazu auf www.lesewelt-berlin.org/ Die Reinickendorfer Initiative „Abraxas“ besucht mit ehrenamtlichen Vorlesern Schulen und Kitas. Wer sich als Vorleser engagieren möchte, oder die Schule oder Kita dafür anmelden möchte, kann sich per Mail melden an abraxas.lesespass@gmx.de





















