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Verstopfungen an Verkehrsknoten: Joker-Gleise und weniger Züge: 22 Maßnahmen sollen Bahn pünktlicher machen | ABC-Z

Verstopfungen an VerkehrsknotenJoker-Gleise und weniger Züge: 22 Maßnahmen sollen Bahn pünktlicher machen

20.03.2026, 18:50 Uhr

“Heute abweichend von Gleis 3” – derlei spontane Änderungen an Knotenpunkten sollen künftig die Pünktlichkeit im Bahnverkehr erhöhen. (Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen)

An den großen Bahnhöfen staut sich mitunter der Bahnverkehr, und die Folgen sind im kompletten Netz zu spüren. Das Verkehrsministerium hat sich mit dem Konzern auf eine Reihe konkreter Schritte verständigt, die Abhilfe schaffen sollen.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder will die Deutsche Bahn zuverlässiger und pünktlicher machen. Eine Arbeitsgruppe seines Ministeriums habe sich zusammen mit der Branche auf 22 konkrete Maßnahmen verständigt, sagte der CDU-Politiker. Diese sollen kurzfristig das System stabilisieren. So sollen in manchen Bahnhöfen – “abhängig von den lokalen Gegebenheiten” – einzelne Bahngleise gezielt freigehalten werden, um kurzfristig auf Änderungen reagieren zu können und Wartezeiten vor Einfahrten in den Bahnhof zu vermeiden. Außerdem werde die Infrastrukturtochter ab nächstem Jahr verbindliche Pufferzeiten einführen, damit weniger Verspätungen beim Ein- und Aussteigen entstünden. Schließlich soll mehr Personal helfen, damit das Einsteigen schneller über die Bühne gehe.

Probleme gibt es seit Jahren vor allem rund um die großen Verkehrsknoten im Schienennetz wie München, Stuttgart, Frankfurt, Hamburg oder Berlin. Philipp Nagl, der Chef der Bahn-Infrastrukturtochter, sagte, es gebe nicht überall Verstopfungen im Schienennetz, wohl aber an den Verkehrsknoten. Auf die Frage, ob das Konzept am Ende zu einem ausgedünnten Angebot führen wird, sagte er, es werde nicht signifikant weniger Züge geben. Die Maßnahmen seien ein wesentlicher Beitrag, um die Pünktlichkeitsziele der Bahn zu erreichen.

Schnieder strebt für die Deutsche Bahn im Fernverkehr bis 2029 eine Pünktlichkeitsquote von mindestens 70 Prozent an. Mittelfristig sollten es dann 80 Prozent sein, langfristig 90 Prozent. Damit wäre die Bahn dann auf Augenhöhe etwa mit dem Zugverkehr in Österreich oder den Niederlanden. Im Nahverkehr soll die Pünktlichkeit dauerhaft bei 90 Prozent liegen. Aktuell sind nicht einmal 60 Prozent der Züge im Fernverkehr pünktlich, im Nahverkehr sind es knapp 90 Prozent.

Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) betonte, wichtig sei die geplante Digitalisierung der Zugsteuerung. Im ersten Schritt würden bis zu vier digitale Steuerungszentralen bis 2027 modernisiert. “Gleichzeitig werden wir innovative Bauverfahren erproben, um das Umsetzungstempo zu erhöhen”, so VDB-Hauptgeschäftsführerin Sarah Stark.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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