Berlin

So gut ist „Horst Schlämmer sucht das Glück“ | ABC-Z

Horst Schlämmer (Hape Kerkeling) sticht mit einem Krabbenkutter in See Foto: Leonine Studios/Sandra Hoever

Berlin – Der Mann mit den schlechtesten Zähnen Deutschlands ist zurück! Nur ein Scherzgebiss, dass sich Hape Kerkeling (61) in den Mund schiebt, wenn er sich in Horst Schlämmer verwandelt.

17 Jahre nach „Horst Schlämmer – Isch kandidiere“ kehrt er nun als rüder Reporter ins Kino zurück. Warum nur? Die Antwort bleibt er im neuen Film nicht lange schuldig: Corona! Schlämmer erkennt, dass mit Ende der Maskenpflicht auch die gute Laune der Deutschen verschwunden ist. So macht er sich auf, im ganzen Land das Glück wiederzufinden.

Auf seiner Reise gerät er in München an Markus Söder, in Köln an Kardinal Woelki, auf Sylt an Neureiche und im abgewrackten Berlin an Drogendealer. Glücklich ist keiner. Nur das Publikum hat derweil bereits mehrmals geschmunzelt, gar gut gelacht. Denn in den Kleidern seiner Kunstfigur enttarnt Kerkeling politische Floskeln ebenso wie provinziale Eigenarten. Ein Potpourri aus Karikaturen und Kalauern.

Horst Schlämmer (Hape Kerkeling) mit seinen Kolleginnen Tahnee Schaffarczyk und Meltem Kaptan bei der Premiere in Essen
Horst Schlämmer (Hape Kerkeling) mit seinen Kolleginnen Tahnee Schaffarczyk und Meltem Kaptan bei der Premiere in Essen Foto: picture alliance/SvenSimon

Natürlich lässt es sich der Komiker nicht nehmen, noch in weitere Rollen zu schlüpfen: Als Stallknecht, als Sängerin und zum Höhepunkt als Hape selbst. Damit serviert er uns nicht nur eine gehörige Portion Selbstironie, sondern beweist vor allem, wie perfekt seine Kunstfigur eigentlich funktioniert. Man hat wirklich das Gefühl, der falsche Horst und der echte Hape sind bei ihrer Begegnung zwei völlig verschiedene Typen, die sich nicht riechen können.

„Horst Schlämmer sucht das Glück“ (ab 26.3. im Kino, Berlin-Premiere: 27.3. im Zoo Palast) unter der Regie von Sven Unterwaldt („U-900“) ist weit besser als der Vorgängerfilm von 2009. Das Drehbuch ist stringenter, die Gags kommen treffsicherer. Bleibt die Frage nach dem Glück. Das liegt natürlich im Kino, wenn Kerkeling kommt.

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