Politik

Internetsperre in Moskau: Moskau geht offline | ABC-Z

Aus der Serie:
Fünf vor acht

Seit März funktioniert das mobile Netz in Moskau nur eingeschränkt. Bargeld und Festnetz werden wieder wichtig. Der Frust über die erzwungene Rückkehr ins Analoge wächst.

Internetsperre in Moskau: Ein Mann checkt sein Handy im Zentrum von Moskau. Auch hier gibt es zurzeit kaum Netz.
Ein Mann checkt sein Handy im Zentrum von Moskau. Auch hier gibt es zurzeit kaum Netz.
© Ramil Sitdikov/​Reuters

Moskau ohne
mobiles Netz war für einen Moskauer bis vor Kurzem schlicht nicht mehr vorstellbar.
Er bestellte sein Mittagessen mit einem Klick bei
einem Lieferservice, meldete sich per App beim Bürgeramt an, streamte Filme in
der Metro, las Nachrichten an der Bushaltestelle, bezahlte mit dem Handy, rief
das Taxi über die App, ließ sich von dem russischen Yandex-Navigator auf dem
schnellsten Weg durch die Stadt lotsen. Und natürlich chattete er die ganze
Zeit mit Freunden und der Familie.

Diese schöne
neue Welt ist nun vorbei. Die Moskauer sind im März ohne Vorankündigung in ein
vordigitales Leben zurückgeworfen worden. Die russischen Aufsichtsbehörden
haben das Mobilnetz in weiten Teilen des Moskauer Zentrums und einigen
Außenbezirken abgestellt
. Damit ereilt die russische Hauptstadt, was in vielen
Provinzstädten schon seit Mitte vergangenen Jahres Realität ist: ein Leben ohne
mobiles Internet in einem volldigitalisierten Alltag. Damit müssen nun auch die
verwöhnten Moskauer lernen umzugehen.

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