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Jahr des Pferdes: Modetrends und Designinspirationen – Stil | ABC-Z

Für sie: Pferdemädchen de luxe

Das chinesische Horoskop interessiert in den meisten Jahren in westlichen Gefilden niemanden, weil die Sternzeichen den Damen und Herren nicht sexy genug sind: Büffel, Schwein und Ziege werden lieber im Stillen ausgebeutet – also für Leder, Milch und Fleisch –, nicht aber als modische Helden. In diesem Jahr nun ist alles anders, denn es ist das Jahr des Pferdes. Dieses schönste und als kraftvoll und wild geltende Tier inspiriert so manchen Designer. Stella McCartney zum Beispiel gab auch ihre letzte Show wieder in einer Manege und kombinierte sie mit echten Pferden.

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Und von Chloé kommt dieses total überteuerte, total ironische T-Shirt im träumerischen 80er-Jahre-Look: Schimmel mit wildem Schopf plus übergroßes Logo. Ein Pferdemädchentraum! Kein Wunder, dass auf Tiktok und sonstigen Aufmerksamkeitskanälen gerade sehr viel von Horse Energy gefaselt wird, meistens aber eher von Leuten, die von dieser hochsensiblen Energie keine Ahnung haben. Echte Pferdemädchen haben für Gelaber sowieso keine Zeit, weil sie ja rund um die Uhr mit der Versorgung ihrer majestätischen Vierbeiner beschäftigt sind. Aber was ist denn jetzt echte Horse Energy? Hier ist ein kleiner Test: Wer sich auf dem Instagram-Account von Jessica von Bredow-Werndl das Fohlen namens Dolce Vita anschaut, das die viermalige Dressur-Olympiagold-Gewinnerin Dalera vor ein paar Tagen mit Hilfe ihrer Reiterin geboren hat, und jedes Mal vor Freude anfängt zu heulen, wäre definitiv eine würdige Trägerin des T-Shirts von Chloé, hat aber wahrscheinlich eher nicht das Geld.

Für ihn: Kutschenkitsch

Gute Nachricht für Gestresste: Die T-Shirts des kommenden Sommers fallen bei den Männern ganz schlicht und ruhig aus. Keine Botschaften, kaum Riesenlogos, stattdessen scheint ein dezentes Markenzeichen oder ein gesticktes Emoji in Herznähe bei den meisten Designern dieses Jahr das Maß aller Dinge zu sein. Das ist vernünftig so, die Welt ist laut genug. Ein paar Ausnahmen gibt es aber, unter anderem zeigt Celine in seiner Herrenkonfektion breitflächig und auf verschiedenen Oberteilen eine Trabrennszene aus dem 19. Jahrhundert.

Mr. Porter

Im Jahr des Pferdes eher keine Würdigung des edlen Tieres, sondern eine wenig dezente Andeutung, wer in der Nahrungskette schon noch höher steht als der Ziehgaul, der Mann mit der Peitsche nämlich. So unfein darf man das aber natürlich nicht interpretieren, schließlich handelt es sich bei der Szene um das legendäre Sulky-Logo, das einst den sportlichen Luxusanspruch der Marke unterstreichen sollte. Hedi Slimane hat es während seiner Zeit bei Celine vor einigen Jahren wieder ausgegraben und entstaubt, auch sein Nachfolger Michael Rider hält es jetzt offenbar für maskulin gewinnbringend. Nun ist das zweifellos ein hübsches Bild und für das Auge eine wohltuende Abwechslung. Vintage bedeutet heute für die meisten ja die Zeit um 1980, da ist so ein Blick in eine ganz andere Epoche doch mal bewegend. Andererseits kann es aktuell auch als dekadenter Pariser Kommentar zur Energiekrise gelesen werden: Wenn euch Benzin zu teuer ist, dann lasst halt die Euqipage anspannen! Für Menschen, die 500 Euro für ein T-Shirt hinlegen, klingt das sicher ganz vernünftig.

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