Musialas empfindlicher Rückschlag: Sorgen bei Kompany und Nagelsmann wachsen | ABC-Z

Es hat inzwischen genau jener Saisonabschnitt begonnen, auf den Spieler und Verantwortliche schon in der Sommer-Vorbereitung hinfiebern: die heiße Phase im Frühjahr. Jene Wochen also, in denen über Auf- und Abstieg entschieden wird, in denen es in K.o.-Runden ums Weiterkommen geht, um Finals und Trophäen. Da will jeder Profi topfit sein und auf dem Platz stehen.
Für Jamal Musiala heißt es aktuell jedoch wieder: Pausieren, Füße hochlegen an Spieltagen und sich dann im Training zurück ans Niveau der Kollegen herankämpfen. Man könnte verstehen, wenn der 23-Jährige mit seiner Geduld langsam am Ende ist.
Ausgebremst durch Stressreaktion: Sorgen um Musiala beim FC Bayern immer größer
Nach seiner Verletzung im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Atalanta Bergamo (6:1), als Musiala erneut Schmerzen am operierten linken Bein spürte und humpelnd nach München zurückkehrte, war der 23-Jährige auch fürs Rückspiel am Mittwochabend in der Allianz Arena (21 Uhr/DAZN) kein Thema für den Kader.
Musiala, der sich im Juli 2025 im Viertelfinale der Klub-WM gegen Paris Saint-Germain einen Wadenbeinbruch sowie eine Sprunggelenksluxation zugezogen hatte, nahm tags zuvor nicht am Abschlusstraining teil. Sein Bein soll sich nach der Stressreaktion erholen, auch am Samstag im Bundesliga-Heimspiel gegen Union Berlin wird Bayerns Nummer 10 fehlen.
FC Bayern: Musiala zumeist nur mit Kurzeinsätzen
Der Musiala-Rückschlag. Und die Sorgen werden mit Blick auf die entscheidenden Wochen in der Champions League und im Pokal immer größer. Ganz zu schweigen von der WM im Sommer.
Seit seinem Comeback im Januar hat Musiala lediglich elf, meist kurze Einsätze zu verzeichnen. Dabei gelangen ihm drei Tore und zwei Vorlagen. Wirklich fit wirkte Bayerns Regisseur nie, die fehlende Kraft war ihm anzumerken. In der deutschen Nationalmannschaft hat Musiala aufgrund seiner körperlichen Probleme sogar seit März 2025 nicht mehr gespielt, also seit einem Jahr. Dabei könnte es vorerst auch bleiben.
Kompany kündigt wegen Musiala Telefonat mit dem Bundestrainer an
Er werde mit Bundestrainer Julian Nagelsmann “auf jeden Fall mal telefonieren”, kündigte Bayern-Coach Vincent Kompany beim Thema Musiala an: “Schauen wir mal, was dabei herauskommt. Ich glaube, wir haben das Gleiche vor. Wir haben die gleichen Interessen. Wir wollen alle einen topfitten Jamal Musiala zurückbekommen.”
Aktuell sieht es so aus, dass der Offensivkünstler am Donnerstag eher nicht für die Testspiele am 27. März in der Schweiz und drei Tage darauf in Stuttgart gegen Ghana nominiert wird. Ein Einspielen für die WM wird so nicht möglich sein – und das ist ein Problem für Nagelsmann, der stattdessen erstmals den 18-jährigen Lennart Karl berufen könnte.
© IMAGO/Ayman Alahmed
von IMAGO/Ayman Alahmed
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“Wenn Jamal für den FC Bayern leistet, dann wird er auch für Deutschland leisten. Wir müssen das jetzt nur vernünftig hinbekommen, damit wir Jamal wieder auf sein bestes Niveau kriegen. Das wird passieren, es ist eine Sache der Zeit”, zeigte sich Kompany optimistisch. Der Münchner Trainer glaubt an einen einvernehmlichen Austausch mit Nagelsmann: “Wir haben eins zu eins die gleichen Prioritäten.”
“Wenn ich auf dem Platz bin, muss ich performen und liefern”
Doch mittlerweile dürften beide Trainer ein wenig unruhig sein. Denn mit jeder weiteren Musiala-Verletzung wird auch die Angst des Spielers größer, das Vertrauen in den eigenen Körper geht verloren. “Man muss immer ein bisschen vorsichtig sein”, sagte Musiala selbst Ende Februar nach dem 3:2 gegen Frankfurt: “Für mich ist es besser, ein bisschen langsamer reinzukommen und hoffentlich am Ende der Saison besser zu sein. Ich mache viele Extra-Einheiten, damit sich mein Fuß immer frischer fühlt. An manchen Tagen ist er etwas steif. Aber wie gesagt: Ich will keine Ausreden. Wenn ich auf dem Platz bin, muss ich performen und liefern.”
Angesprochen auf seine schwere Verletzung bei der Klub-WM, ergänzte Musiala, er “versuche, da gar nicht drüber nachzudenken. Manchmal passe ich trotzdem auf oder es ist das Unterbewusstsein, wo man dann manche Sachen nicht so macht. Aber von Spiel zu Spiel habe ich immer mehr Vertrauen in meinen Fuß. Ich wünsche, dass alles schon schneller geht, aber ich habe mit der Verletzung auch Geduld gelernt.”
Das war vor dem Rückschlag in Bergamo vor einer Woche. Jetzt muss sich Musiala erneut zurückkämpfen. Man kann ihm nur wünschen, dass sein Körper dabei mitspielt.




















