Krebs: Diagnose mit 14 Jahren – „Ich hatte Stadium 4. Danach kommt nur noch der Tod“ | ABC-Z

Nachwuchsfußballer Leon Gabriel Riedel erkrankt mit 14 Jahren an Lymphdrüsenkrebs. Er hat Angst vor dem Tod, kämpft sich aber zurück ins Leben. Doch die langen Behandlungen haben Spuren hinterlassen.
Er ist ein ganz passabler Achter, kann aber auch auf der Sechs spielen. Die Frage ist nur, wann Leon Gabriel Riedel (17) wieder auf dem Platz richtig Gas geben kann für die Regionalliga-Jugend von Lok Leipzig. Nachdem er den größten Kampf seines Lebens gewonnen hat, kämpft er sich jetzt allmählich in den Alltag zurück. Riedel hatte Lymphdrüsenkrebs, diagnostiziert, als er 14 Jahre alt war.
Der Schüler erinnert sich: „Es war ein Freitag. Der 30. Juni 2023. Ich habe im Bad in den Spiegel geschaut und einen Buckel am Hals gesehen. In der Leipziger Uniklinik wurde uns dann gesagt, dass ich Krebs habe. Das war so krass, weil man niemals damit gerechnet hat. Man ist überfordert, hat Angst vor dem Sterben. Es war verrückt. Ich hatte Krebs im Stadium 4. Das Höchste, was man haben kann. Danach kommt nur noch der Tod.“
„Mit viel Glauben, Willen und der Unterstützung meiner Familie und von Freunden ging ich meinen Weg. Tag für Tag. Schritt für Schritt. Ich habe nicht nur gegen den Krebs gekämpft. Ich habe um mein Leben gekämpft.“ Das schreibt Riedel in seinem Buch „Ich atme. Ich lebe. Ich bin Leon. Mein härtester Kampf abseits des Spielfeldes“ (Verlag Tasten & Typen), in dem er seine Gedanken während seiner Erkrankung festgehalten hat.
„Ich habe angefangen, alles in meiner Notizen-App aufzuschreiben. Irgendwann kam der Moment, wo ich dachte: Okay, ich möchte meine Geschichte teilen und den anderen Menschen damit Mut machen“, sagt Riedel.
Riedel macht das Fatigue-Syndrom zu schaffen
Riedel in seinem Buch: „Als ich zum ersten Mal in mein Patientenzimmer kam, schlug mir ein ungewohnter Geruch entgegen. Nicht unangenehm, aber fremd. Ich sah das Krankenbett, den Nachttisch, das Fenster mit Block auf den Innenhof. Im Zimmer lag schon ein anderer Junge, ungefähr in meinem Alter. Wir nickten uns zu, sagten aber nicht viel.“
Es folgten Operation, Chemotherapie (sechs Zyklen) und Bestrahlung – über Monate bis Anfang 2024. „Danach wurde uns gesagt: ‚Leon, du bist jetzt krebsfrei.‘ Das war richtig schön, wie ein zweiter Geburtstag“, sagt der Nachwuchsfußballer.
Seine Stimme bricht dabei noch immer etwas. Die langen Behandlungen haben Spuren hinterlassen. Das sogenannte Fatigue-Syndrom, eine extreme Erschöpfung, macht ihm zu schaffen. „Es ist ein Auf und Ab. Es gibt Tage, an denen ich stundenlang spazieren gehen könnte, und dann gibt es wieder Tage, an denen es gar nicht geht. Damit klarzukommen, ist schon schwierig. Aber es ist die einzige Wahl, die man hat“, sagt Riedel.
Sein größter Wunsch: „Ich möchte wieder einen regelmäßigen Alltag haben. Dass ich meine Freunde regelmäßig treffen kann, dass ich regelmäßig in die Schule gehen kann und halt auch wieder Fußball spielen kann.“ Denn: „Mein großes Ziel ist es, irgendwann Fußballprofi zu werden und mal im Ausland zu spielen.“
Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Bild“, „Sport Bild“) erstellt und zuerst in der „Bild am Sonntag“ veröffentlicht.





















