Trump spricht von „Übernehmen“ Kubas – totaler Stromausfall durch Öl-Blockade | ABC-Z

US-Präsident Donald Trump hat seine Bereitschaft erklärt, Kuba übernehmen zu wollen– und eskaliert damit die Rhetorik gegen das Land weiter. „Ich glaube, ich werde die Ehre haben, Kuba zu übernehmen“, sagte Trump am Montag vor Journalisten im Weißen Haus. Zuvor verkündete die Energiebehörde Kubas, dass das nationale Stromnetz unter dem Druck der durch die USA durchgesetzten Öl-Blockade vollständig zusammengebrochen sei. Trump scheint darin nun eine Chance zu sehen.
„Mein ganzes Leben lang höre ich schon von den Vereinigten Staaten und Kuba. Wann werden die Vereinigten Staaten es tun?“, sagte er. Ob er es „befreie“ oder es „übernehme“: Er könne mit dem Inselstaat „alles machen, was ich will“, so Trump. „Sie sind im Moment ein sehr geschwächtes Land.“
Der landesweite Stromausfall in Kuba ist nur das letzte Symptom eines beginnenden wirtschaftlichen Zusammenbruchs. Misswirtschaft, Korruption und das jahrzehntelange Handelsembargo der USA haben das autoritär regierte Land in eine existenzbedrohende Krise für das kommunistische Regime geführt.
Trump über Kuba: „Sie haben schönes Land“
Trumps abschätzige Äußerungen über Kuba dürften bei der Führung in Havanna für Unmut sorgen: „Es ist ein gescheiterter Staat. Sie haben kein Geld, sie haben kein Öl, sie haben gar nichts“, sagte der US-Präsident – um dann hinterherzuschieben: „Sie haben schönes Land.“ Überhaupt sei Kuba „eine wunderschöne Insel“.
Die nur etwa 150 Kilometer vom südöstlichen US-Bundesstaat Florida entfernte Karibikinsel wird von den USA schwer unter Druck gesetzt – insbesondere seit dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit vor gut einem Jahr. Mit Zolldrohungen gegen potenzielle Energielieferanten und einer vollständigen Blockade sanktionierter Öltanker aus dem südamerikanischen Bruderstaat Venezuela ließ er Kuba vom Zugang zu Öl weitgehend abschneiden. Für die Stromversorgung ist das Land aber auf den Rohstoff angewiesen.
Trotz der schwierigen Lage auf der Insel ist unklar, warum der US-Präsident meint, in Kuba leichtes Spiel zu haben. Das Land wird seit dem Sieg der Revolution 1959 autoritär regiert, die Kommunistische Partei kontrolliert Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Andere Parteien sind nicht zugelassen. Die meisten Bewohner kennen kein anderes Regierungssystem – die Unterstützung für einen von den USA initiierten Umsturz dürfte bei aller Kritik an der aktuellen Regierung eher gering ausfallen.
Kubanische Regierung sucht Gespräche mit den USA
Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit der sozialistischen Revolution unter der Linken-Ikone Fidel Castro vor fast 70 Jahren angespannt. Unter Trump übt die US-Regierung allerdings immer mehr Druck auf die Insel aus, vor allem seit der Festnahme des autoritären venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar, einem Verbündeten der Führung in Havanna. Mit dem Umsturz in Venezuela brach einer der wichtigsten Unterstützer und potentesten Öl-Lieferanten Kubas weg.
Zugleich führen Kuba und die USA miteinander formelle Gespräche, wie beide Seiten bestätigten. „Kubanische Vertreter haben kürzlich Gespräche mit Vertretern der US-Regierung geführt, um auf dem Wege des Dialogs nach einer möglichen Lösung für die zwischen beiden Ländern bestehenden bilateralen Differenzen zu suchen“, sagte der Präsident des sozialistischen Landes, Miguel Díaz-Canel. Kürzlich hatte Trump gesagt: „Kuba befindet sich in den letzten Augenblicken seines bisherigen Bestehens. Es wird ein neues Leben beginnen.“

„New York Times“: US-Regierung will kommunistische Regierung an der Macht lassen
Der wirtschaftliche Verfall in Kuba ist indes offenkundig, wie der landesweite Stromausfall am Montag wieder bestätigte. Es werde nach der Ursache gesucht und an der Wiederherstellung der Stromversorgung gearbeitet, teilte das Energieministerium mit. Es war der erste inselweite Stromausfall seit Anfang des Jahres. Von einem Blackout vor knapp zwei Wochen waren etwa zwei Drittel des Karibikstaats betroffen.
In dem Land mit knapp zehn Millionen Einwohnern bricht das Elektrizitätsnetz immer wieder komplett zusammen. Große Teile der veralteten Infrastruktur sind in schlechtem Zustand. Kraftwerke gehen deshalb oft vom Netz und müssen notdürftig repariert werden. Stromausfälle gehören zum Alltag. Die Regierung führt die Krise auf das seit mehr als 60 Jahren bestehende Handelsembargo der USA zurück.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik – meinungsstark, exklusiv, relevant.
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Unterdessen berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf mit Gesprächen zwischen beiden Seiten vertraute Kreise, die US-Regierung habe kubanischen Vertretern zu verstehen gegeben, dass Washington eine Entmachtung des kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel wünsche. Der kommunistischen Regierung solle jedoch ermöglicht werden, an der Macht zu bleiben.
os/dpa/afp





















