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HSV-Trainer im Fluor.A.Z.-Fragebogen: Woran erkennen Sie einen guten Spieler, Herr Polzin? | ABC-Z

Diesen Fragebogen hat Marcel Proust nie ausgefüllt. Denn er ist eine auf den Fußball zugespitzte Variante eines zu Zeiten des französischen Schriftstellers beliebten Gesellschaftsspiels. Wir spielen es weiter mit Menschen aus dem Fußball, die bereit sind, die Herausforderung an Geist und Charme anzunehmen: diesmal mit dem Trainer des Hamburger SV, Merlin Polzin.

Was ist Ihr größter Fehler, Herr Polzin?

Hoffentlich nicht dieser Fragebogen. (lacht)

Was ist für Sie das größte Glück als Fußballer?

Dass aus einer richtigen Gemeinschaft große Momente entstehen können.

Was ist für Sie das größte Unglück als Fußballer?

Schwere Verletzungen, die dafür sorgen, dass du deine größte Leidenschaft nicht mehr ausführen kannst.

Woran erkennen Sie einen guten Spieler oder eine gute Spielerin?

Gewisse Grundeigenschaften müssen gegeben sein, aber der entscheidende Unterschied ist die Haltung zur täglichen Verbesserung, das Growth-Mindset!

Wer ist der beste Spieler, gegen den Sie gespielt haben?

Der beste Spieler, den ich je live spielen gesehen habe, für die Art und Weise, wie ich den Fußball liebe, war Busquets in Barcelona – ein Genuss!

Welcher Spieler ist besser, als die Allgemeinheit glaubt?

Rambo, also Nicolai Remberg.

Wer war der wichtigste Trainer in ihrer Karriere?

Alle Trainerkollegen, die mich seit meinem 16. Lebensjahr zu einem besseren Trainer gemacht haben. Jeder hat seinen Anteil daran gehabt, dafür bin ich sehr dankbar.

Über was möchten Sie in der Kabine nicht sprechen?

Die Kabine ist ein Querschnitt aller Kulturen, sozialen Schichten und Religionen. Entsprechend sind die Gesprächsthemen weltoffen und vielfältig.

Das klingt vielleicht sehr philosophisch, aber ich denke dabei an meine Groß- und Urgroßeltern – also an die Generationen, die Deutschland in den schwierigen Zeiten nach dem Krieg wieder aufgebaut haben.

Mein Spruch ist immer: ‚Dankbarkeit statt Erwartung‘ – wenn Menschen verinnerlicht haben, dass man dankbar sein und nicht zu hohe Erwartungen haben sollte.

Was fürchten Sie in einem Spiel?

Auch wenn wir einen Leistungssport betreiben, ist Fußball immer noch ein Spiel, das Spaß machen sollte. Daher fürchte ich nichts.

Ein Gedanke, der Sie während eines Spiels überrascht hat?

Im Aufstiegsspiel gegen Ulm habe ich gedacht: ‚Wir schaffen es wirklich, der HSV ist zurück!‘

Welche Fußballregeln würden Sie ändern?

Ich würde die Anzahl der Wechsel erhöhen und pro Halbzeit eine Auszeit einführen.

Wer führt Ihre Gehaltsverhandlungen?

Was ist der Sinn des Spiels?

Als Gemeinschaft auf eine bestimmte Art und Weise erfolgreich zu sein – als Mannschaft wie auch als Trainerteam –, um jedem Zuschauenden ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Phil Jackson. (Basketballtrainer, die Red.)

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

‚The Art of Winning‘ von Bill Belichick.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mitspieler am meisten?

Welche Eigenschaft schätzen Sie bei einem Freund oder einer Freundin am meisten?“

Mich einer Sache mit 100 Prozent zu verschreiben und dabei andere Dinge aus den Augen zu verlieren.

Ihre Heldin der Gegenwart?

Meine Oma und meine Mutter.

Ihr Held, Ihre Heldin der Geschichte?

Der HSV-Geschichte: Horst Hrubesch.

Was ist der größte Irrtum über das Leben als Fußballprofi?

Dass der Beruf des Fußballprofis und der Weg dorthin einfach sei.

Als junger Trainer versucht man von beiden zu lernen.

Was lieben Sie am meisten am modernen Fußball?

Die Intensität und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung.

Was verabscheuen Sie am meisten am modernen Fußball?

Eine Lichtershow nach Torerfolg.

Ihre Lieblingsbeschäftigung an einem spiel- und trainingsfreien Tag?

Ins Café mit einem guten Buch – die Zeit vergessen und neue Dinge lernen.

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